Die offizielle Eröffnung der neuen Fahrradstraße am Hardtufer hinterlässt bei mir – wie bei vielen betroffenen Wuppertalern – nur fassungsloses Kopfschütteln. Wieder einmal wird hier eine ideologisch getriebene Verkehrspolitik mit der Brechstange und auf Kosten der Steuerzahler durchgedrückt.
Rund 450.000 Euro an Steuergeldern wurden hier für ein kurzes Teilstück verbaut. Geld, das an zahllosen anderen Ecken unserer maroden Wuppertaler Straßeninfrastruktur dringend gebraucht würde. Und wofür das Ganze? Damit eine ohnehin überschaubare Anzahl an Radfahrenden nun exklusiven Vorrang genießt, während die Anwohner und Pendler das Nachsehen haben.
Besonders bitter ist der massive Wegfall der ohnehin knappen Parkplätze am Straßenrand. Wo sollen die Anwohner, die beruflich auf ihr Auto angewiesen sind, nun parken? Quartiersnaher Parkraum wird mutwillig vernichtet, ohne nennenswerte Alternativen zu schaffen. (Bilder)
Hardtufer als Fahrradstraße eingeweiht
Zudem erschließt sich der planerische Sinn dieser parallelen Route kaum: Nur einen Steinwurf entfernt verläuft die B7 (Bundesallee). Warum schafft man es nicht, den Radverkehr vernünftig und sicher über Hauptverkehrsadern wie die B7 zu lenken, anstatt ruhigere Nebenstraßen und Wohnquartiere mit teuren Umbaumaßnahmen, neuen Schildern und roter Farbe komplett umzukrempeln?
Das Hardtufer zeigt leider erneut, dass in Wuppertal am realen Bedarf der Steuerzahler vorbeigeplant wird.
Carsten Braig
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