Briefe von Leserinnen und Lesern „Die Straßen sind ruhiger und angenehmer geworden“

Wuppertal · Betr.: Neue Fahrradstraße am Hardtufer

Symbolbild.

Foto: Rundschau

Zu den bisherigen Leserbriefen über die neuen Fahrradstraßen an der Hünefeldstraße und am Hardtufer möchte ich einmal eine andere Sichtweise schildern. Ich wohne in der unmittelbaren Nähe und bin selbst kein Fahrradfahrer. Im Alltag bin ich vor allem zu Fuß unterwegs, aber auch mit dem Auto. Aus meiner Sicht hat sich die Situation durch die Umgestaltung deutlich verbessert – gerade für Fußgänger.

Vorher war es auf der Hünefeldstraße oft schwierig, insbesondere mit kleinen Kindern, entspannt unterwegs zu sein. Wenn Mülltonnen am Straßenrand standen, wurde der ohnehin schon enge Bereich für Fußgänger teilweise richtig problematisch. Auch am Hardtufer hatte man als Fußgänger oft das Nachsehen, wenn Fahrräder mit hohem Tempo sehr nah vorbeigefahren sind – meistens ohne zu klingeln.

Dazu kommt, dass das Hardtufer über lange Zeit sehr heruntergekommen war und nur behelfsmäßig instandgehalten wurde. Die Parkflächen wurden als Müllhalde und Dauerparkgelegenheit genutzt. Ich bezweifle, dass das wirklich im Interesse aller Steuerzahler war.

Was ich sehr schade finde: Wenn etwas für Radfahrer oder Fußgänger verbessert wird, ist schnell von „ideologischer Verkehrspolitik mit der Brechstange" die Rede. Dabei ist eine Verkehrspolitik, die vor allem den Autoverkehr bevorzugt, ebenfalls eine interessengeleitete Entscheidung mit bestimmten Vorstellungen darüber, wie öffentlicher Raum genutzt werden soll und alles andere als ideologiefrei. Am Ende liegt die Wahrnehmung wie immer im Auge des Betrachters und hängt von unterschiedlichen Interessen ab - die sind aber halt nicht nur die der Autofahrer.

Die neuen Fahrradstraßen sind sicher eine Umgewöhnung. Aber aus meiner Sicht haben sie vor allem dazu geführt, dass die Straßen ruhiger und angenehmer geworden sind – insbesondere für Fußgänger. Und ein bisschen Rücksichtnahme sollte im Straßenverkehr eigentlich für alle selbstverständlich sein.

Jan Philipp Kluck

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