Anfang 2025 ging das Ehepaar dort an den Start, wo einst das Lokal „Im Vockendahl“ für Heimatküche stand: Im Schieferhaus mitten in der Haarnadelkurve oben an der Märkischen Straße setzte das Ehepaar eine Idee um, die bei den Testern von „So schmeckt Wuppertal!“ genauso gut ankommt wie bei den Gästen: die Kombination aus bergischer und alpenländischer Küche in einem urigen Ambiente, das quasi Wichlinghausen und Garmisch unter einen Hut bringt.
Apropos Garmisch: Hier lebt ein Teil der Familie von Boris van Loon-Behr. „Deshalb haben wir eine Verbindung zu bayerischer Gemütlichkeit und Hüttenkultur“, verrät er - und erklärt damit auch den Namen „Heinz & Liesl“. So heißen nämlich seine Großeltern.
Die Vorgeschichte der Restaurantgründung ist nicht ganz so romantisch: Wegen der lebensbedrohlichen Erkrankung ihrer Tochter hatten die vierfachen Eltern ihre beruflichen Existenzen in der Immobilien- und Werbebranche an den Nagel gehängt und nach glücklichem Ausgang einen familienfreundlichen Neuanfang gesucht.
Den fanden sie zunächst als Betreiber einer Pop-up-Alm im bayerischen Stil in einem Kotten auf der Wilden Höhe in der Elfringhauser Schweiz. „Wir konnten uns vor Gästen kaum retten“, blickt Samira van Loon-Behr auf das Experiment zurück, das wegen ausstehender behördlicher Genehmigungen aber nicht in den Dauerbetrieb überführt werden konnte. Auf der Suche nach Ersatz wurden sie im Vockendahl fündig. Problem hier: Als Alm war das Wuppertaler Schieferhaus keine Idealbesetzung.
„Da haben wir uns gedacht: Warum nicht eine Kombination aus beiden“, erinnert sich Samira van Loon-Behr an die Geburt des Küchen- und Ambiente-Konzepts „bergisch alpin“, das mit einer aufwendigen Renovierung und einer handfesten Speisekarte aus beiden Welten umgesetzt wurde.
Jetzt treffen hier Heringsstip, Mettbütterken, Rouladen (im Winter) und Salate von Gut Einern auf Backhendl, Käsespätzle und Schweinsbraten - samt von den Testern besonders gelobten Schnitzeln als verbindendem Element. Und mit einem frischen Augustiner vom Fass kann man sich bestens darüber hinwegtrösten, dass es keine Wuppertaler Großbrauerei mehr gibt.
Das schmeckt übrigens auch im Biergarten neben dem Haus, das jetzt endlich wieder ein Highlight im gastronomisch eher überschaubaren Angebot des Ostens der Stadt ist. Grund genug für das „Goldene W“ in der Kategorie „Bergische Gastlichkeit“ - mit dem gewissen bayerischen Extra ...