„Die Stelle im Fließgewässer wirkte bei höheren Abflüssen teils wie ein ,Flaschenhals‘. Hier fließt die Wupper fast in einem 90 Grad Winkel um die Kurve. Der Engpass wird beseitigt, und der Bereich wird künftig doppelt so breit sein“, so der Wupperverband.
Dafür wird umfangreiches Erdmaterial auf der Seite der Schafwiese abgetragen: „Zurzeit ist dort ein Hochufer, dieses wird nun in ein flaches Kies-Ufer umgewandelt. Die Aufweitung ist nur auf dieser Flussseite möglich, auf der anderen Seite befindet sich ein Felshang. Ein kleiner, mit Bäumen bewachsener Teil des Ufers verbleibt als Insel im Gewässer.“
Durch die Maßnahme soll künftig der Rückstau in die Ortslage Kohlfurth reduziert werden. „Ganz verhindern kann diese Maßnahme Überflutungen bei starken Hochwässern nicht, aber abpuffern und reduzieren“, heißt es. Und weiter: „An diesem Standort gelingt es, die Verbesserung des Hochwasserschutzes und eine ökologische Aufwertung Hand in Hand gehen zu lassen.“
Durch die Aufweitung verbessere sich auch der Lebensraum für Tiere: „Diese finden künftig zum Beispiel hinter der Insel und in Ufernähe strömungsreduzierte Flachwasserbereiche vor, die wichtig für Fischlaich, kleine Fische und Kleinstlebewesen sind. Auch soll eine Steilwand für Eisvögel an der Insel eingerichtet werden. Zugleich wird dem Gewässer Raum gegeben, sich in dem Bereich selbst zu entfalten.“
Die Arbeiten dauert voraussichtlich bis Ende Oktober. Sie schließt an das bereits 2019 renaturierte Teilstück in Kohlfurth auf Höhe der Firma Berger an. Zunächst erfolgen die Arbeiten auf der Wiesenfläche abseits der Wupper, der Anschluss der Abgrabungen an die Wupper ist für September geplant.
„Es ist zeitweise zum Beispiel mit LKWs zu rechnen, die das Erdmaterial abtransportieren. Im Rahmen der Arbeiten kann es im aktuellen Bauabschnitt und unterhalb zu Trübungen der Wupper durch aufgewirbeltes Sediment kommen. Dies ist aber für die Natur und das Gewässer unbedenklich. Auch sind Baggergeräusche möglich“, kündigt der Wupperverband an.
Die Maßnahme wird auf einem Grundstück der Stadt Solingen umgesetzt. Die Investitionen betragen 1,2 Millionen Euro. Das Projekt wird zu 80 Prozent vom Land gefördert aus Mitteln, die für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie zur Verfügung stehen. Die verbleibenden 20 Prozent stemmt der Wupperverband.