Gastronomie-Guide „So schmeckt Wuppertal!“ „Goldenes W“: Weisheit, Geduld – und gutes Essen

Wuppertal · Neues vom Rundschau-Gastronomie-Guide „So schmeckt Wuppertal!“, der im Spätherbst seine Jubiläumsausgabe Nr. 10 herausbringen wird: Das ceylonesische Restaurant „Ganesh“, das es schon seit 1997 gibt, wurde jetzt mit dem „Goldenen W“ in der Kategorie „Internationale Küche“ ausgezeichnet.

Familientreffen im gerade erst vergrößerten Garten des „Ganesh“ am Wülfrather Berg in der Nordstadt. In der Mitte Inhaber Aravindan („Ari“) Arumugam mit seiner Frau Selvi Aravindan. Rechts im Bild Sohn Viyasan und der Schwager Elenkes sowie links Sohn Baranie mit Hund „Gin“ – und „So schmeckt Wuppertal!“-Redakteur Stefan Seitz. Ganz im Vordergrund darf eine Statue von Ganesh selbst natürlich nicht fehlen.

Foto: Simone Bahrmann

Die reichhaltige, traditionsbewusste und authentische ceylonesisch-südindische Küche des „Ganesh“ hat bereits viele Testerinnen und Tester von „So schmeckt Wuppertal!“ überzeugt. Genauso wie die Gäste des Lokales, deren Altersspektrum sich über alle Generationen spannt. Etliche von ihnen sind dem Restaurant nun schon seit 30 Jahren treu – und kommen regelmäßig immer wieder.

Begonnen hat alles am 1. Mai 1997 an der Friedrich-Ebert-Straße unweit des Robert-Daum-Platzes. Seit 16 Jahren ist das „Ganesh“ nun an der Wülfrather Straße 17 mitten in der Elberfelder Nordstadt zu Hause – und hier als gastronomischer und geselliger Treffpunkt längst nicht mehr wegzudenken. Inhaber Aravindan Arumugam, den alle nur als „Ari“ kennen, kam 1985 wegen des Bürgerkrieges in seiner Heimat Sri Lanka, wo er in der Hauptstadt Colombo bei einer Zeitung arbeitete, als Flüchtling nach Deutschland.

In Wuppertal war er im „Café du Congo“ mit an Bord – und machte sich dann selbstständig. Dazu rieten ihm der Ronsdorfer Designer Ralf Wimbert, der auch das „Ganesh“-Logo entwarf, und Achim Pohlmann, der damals bei Diakonie tätig war. Bereut hat „Ari“ die „Ganesh“-Gründung nie.

Und auch die Namensgebung hat Glück gebracht: Die Gottheit Ganesh mit dem Elefantenkopf isst sehr gern und viel – steht außerdem für Weisheit und Geduld. Eigenschaften, die man auch in der Gastronomie bestens gebrauchen kann. Dass im rustikal und zugleich leicht wirkenden Innenraum des „Ganesh“ an einer Wand mehrere Hundert Elefanten- beziehungsweise Ganesh-Figuren in unterschiedlichsten Größen zu bewundern sind, passt ins Bild des Hauses, das mit seinem kulinarischen Programm durchaus ein Alleinstellungsmerkmal in der Stadt hat.

Verantwortlich in der Küche ist „Aris“ Ehefrau Selvi Aravindan: Sie verarbeitet stets frisch gekaufte Produkte, bereitet nur sehr wenig vor, startet das Kochen erst, wenn die Gäste ihr Wunschgericht bestellt haben. Und sie stellt auch das für die typische „Ganesh“-Küche sehr wichtige Masala-Curry-Pulver selbst her. Ihr Sohn Viyasan beschreibt Selvi Aravindans Art des Kochens so: „Meine Mutter hat einen feinen Sinn für Richtigkeit. Sie ist sehr präzise.“

Übrigens: Dass zum Speisen-Spektrum des „Ganesh“ viele vegetarische und auch vegane Gerichte gehören, ist mit Blick auf die traditionelle Ceylon- und Südindien-Küche genau genommen eine Selbstverständlichkeit. „Ganesh“-Gründer „Ari“ verschweigt nicht, dass der Gedanke daran, die Heimat vor Jahrzehnten verlassen zu müssen, immer noch nicht leicht fällt.

Doch er sagt auch: „Ich bin Deutschland dankbar, dass ich hier aufgenommen wurde und neu starten konnte. Vor allem dankbar bin ich aber all unseren vielen Gästen, die uns immer die Treue gehalten haben. Und wir freuen uns natürlich über alle, die uns neu entdecken möchten.“