Aus Projektpartnerstadt Kamjanske Kinder aus der Ukraine erholen sich in Wuppertal

Wuppertal · 15 Kinder aus der Ukraine verbringen derzeit eine besondere Ferienzeit in Wuppertal. Die 9- bis 13-Jährigen kommen aus Kamjanske, der neuen Projektpartnerstadt. Die Industriestadt in der Zentralukraine ist stark vom Krieg betroffen.

Die Kinder mit dem Blick über Wuppertal.

Foto: Anna Volkova

Die Kinder, die bis zum 21. August in Wuppertal bleiben, sind besonders belastet: Einige haben durch den Krieg einen Elternteil verloren. Ins Leben gerufen wurde die Ferienfreizeit unter dem Titel „Sommer der Hoffnung" von der „Kirche im Tal“ und der Heilsarmee in Wuppertal. Pastorin Anna Volkova, die ursprünglich selbst aus der Ukraine stammt, hatte die Idee für die Reise.

Der größte Teil der Finanzierung stammt von der Heilsarmee. Die Organisation liegt aber zu gleichen Teilen bei der „Kirche im Tal“ und der Heilsarmee. „Wir möchten den Kindern für ein paar Tage die Sorgen und Ängste des Krieges nehmen und ihnen zeigen: Ihr seid nicht allein und ihr seid nicht vergessen“, sagt Majorin Claudia Klingbeil. „Es geht dabei um weit mehr als darum, die Kinder zu beschäftigen. Wir möchten ihnen Hoffnung geben und ihnen von unserem Glauben und Jesus erzählen."

Ein abwechslungsreiches Ferienprogramm soll den Kindern möglichst unbeschwerte Tage ermöglichen. Zahlreiche Wuppertaler Unternehmen, Einrichtungen und Organisationen unterstützen die Freizeit. Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) ermöglichen die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und übernehmen den Bustransfer vom Ankunftsort in der Umgebung Wuppertals. Das CVJM-Seminarhaus auf der Bundeshöhe stellt Unterkunft und Verpflegung zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung.

Auch verschiedene Freizeiteinrichtungen beteiligen sich: Der Grüne Zoo Wuppertal, der Kletterpark Wupperwände und der Indoor-Spielplatz „Uppsala“ ermöglichen kostenlose oder stark vergünstigte Besuche. Die Caritas Wuppertal öffnet für die Kinder zwei Angebote ihres Ferienprogramms. Bei der Kindertafel Wuppertal konnten sich die Kinder Spielsachen und Kleidung aussuchen.

Eine wichtige Säule der Freizeit sind die zahlreichen Ehrenamtlichen. Viele Freiwillige aus der Heilsarmee-Gemeinde und der „Kirche im Tal“ engagieren sich, begleiten die Kinder bei den Ausflügen und gestalten gemeinsam mit ihnen die Ferien. Ihr Ziel: eine Zeit schaffen, in der Spielen, Lachen und Gemeinschaft möglich sind – trotz der Erfahrungen, die die Kinder mitbringen.

Die Ferienfreizeit ist damit auch ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Wuppertal und Kamjanske. Die beiden Städte sind seit Kurzem offiziell Partnerstädte.