Aus der Region Weitere Sicherungsmaßnahmen an der Müngstener Brücke

Solingen · Die Städte Solingen und Remscheid nehmen den offenen Brief des Betreibers von Kiosk und Minigolfanlage im Müngstener Brückenpark und die darin geäußerten Sorgen nach eigenen Angaben „sehr ernst“. Er thematisiert Handlungsbedarf bei der Suizidprävention an der Brücke und im angrenzenden Brückenpark.

Die Aussicht vom „Brückensteig“ in Müngsten.

Foto: Christoph Petersen

Darin wird insbesondere die Frage aufgeworfen, ob die bislang eingesetzten Maßnahmen ausreichen, um Menschen in Krisensituationen sowie Besucherinnen und Besucher des Brückenparks ausreichend zu schützen. Zugleich fordert der Verfasser, weitere bauliche, technische und ergänzende Möglichkeiten zu prüfen.

Die Städte Solingen und Remscheid stehen dazu in Austausch mit der Deutschen Bahn, die als Eigentümer für die Sicherheit auf der Müngstener Brücke hauptverantwortlich ist. „Jedes verlorene Menschenleben, jeder Todesfall an der Müngstener Brücke ist einer zu viel und eine unermessliche Tragödie für die Angehörigen und Betroffenen. Auch für Augenzeugen und Einsatzkräfte sind solche Situationen extrem belastend. Der Schutz von Menschenleben und die stetige, gemeinsame Verbesserung der Prävention vor Ort sind uns ein tiefes, persönliches Anliegen“, erklären der Solinger Oberbürgermeister Daniel Flemm und der Remscheider Oberbürgermeister Sven Wolf. Sie begrüßen „ausdrücklich“, dass die Deutsche Bahn ankündigt, die bestehenden Schutzmaßnahmen weiterzuentwickeln und zusätzliche Vorkehrungen zu prüfen.

Die Bahn hatte Ende April eine technische Warnanlage an der Müngstener Brücke in Betrieb genommen. Nach Aussagen des Konzerns arbeitet die Anlage derzeit stabil und fehlerfrei. Sie erkenne Personen im Erfassungsbereich und weise diese laut Bahn unmittelbar und deutlich auf die bestehende Gefahr hin: „Die Anlage erkennt die Person, warnt eindringlich vor den Gefahren und fordert zur Umkehr auf.“

Die Bahn arbeitet derzeit nach eigenen Angaben an weiteren Verbesserungen der Anlage: Laut Bahn soll die Warnanlage künftig eine Nachricht an den Fahrdienstleiter in Remscheid sowie anschließend an die Behörden senden: „So kann das Gleis umgehend gesperrt werden und die Behörden werden alarmiert, dass eine Person die Anlage betreten hat. Dieser ergänzende Kommunikationsweg soll in Kürze in den Prozess integriert werden.“ Die Bahn will die Erfahrungen nach einiger Zeit auswerten.

Auf Remscheider Seite hat die Bahn zudem eine Zaunanlage errichtet, die das Umgehen der Warnanlage erschweren soll. Auf Solinger Seite ist die Errichtung einer entsprechenden Anlage laut Bahn voraussichtlich im August vorgesehen. Eine Anbringung von Sicherungsnetzen an der Brücke ist laut Bahn aus Gründen der Statik und der Windlasten nicht möglich.