„Das Gericht ist dem Antrag gefolgt und hat die Eigenverwaltung zugelassen“, so der WSV. Dies ermögliche es, „sich in Eigenregie und unter Aufsicht des vorläufigen Sachwalters Dr. Jens Schmidt neu aufzustellen und gleichzeitig den Sport- und Geschäftsbetrieb fortzuführen“. Begleitet wird das Verfahren von Rechtsanwalt Dr. Marc d’Avoine, der als Generalbevollmächtigter den Vorstand, dem Lennart Strufe, Ralf Bartsch und Marc Schulz angehören, berät und in der Sanierung unterstützt.
Man übernehme Verantwortung und handele „bewusst frühzeitig, um die wirtschaftlichen Probleme der vergangenen Jahre nachhaltig zu lösen“, heißt es. „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass sie die beste Möglichkeit bietet, den Wuppertaler SV dauerhaft zu erhalten und zukunftsfähig aufzustellen. Wegsehen oder Abwarten wäre keine verantwortungsvolle Alternative gewesen“, erklärt der Vorstand.
Der Spielbetrieb sei „von diesem Schritt nach aktuellem Stand nicht betroffen“. Die Mannschaft bereite sich „wie geplant“ auf die neue Saison vor: „Alle Trainer und Übungsleiter sind an Bord. Auch der Trainingsbetrieb sowie die Arbeit in den Nachwuchs- und Vereinsabteilungen werden unverändert fortgeführt.“
Die Finanzierung des laufenden Vereinsbetriebs sei sichergestellt: „Ziel des Restrukturierungsverfahrens ist es, die Verbindlichkeiten zu ordnen und den neuen Strukturen anzupassen und gleichzeitig die Grundlage für einen dauerhaft leistungsfähigen Verein zu schaffen“
Rechtsanwalt Dr. Marc d’Avoine: „Der WSV hat eine wechselhafte Vergangenheit. Mit der jetzt eingeleiteten Restrukturierung ist ein Meilenstein gesetzt. Das Verfahren kann und wird den Verein solide neu aufstellen. Der neue Vorstand, der Trainer und die jungen Spieler verdienen Vertrauen, den sicher nicht einfachen Weg in der Oberliga, aber auch im Verfahren zu gehen. Dabei werden wir Team und Vorstand mit unseren Expertisen nach Kräften unterstützen.“
Der Wuppertaler SV hat nach eigenen Angaben „in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Gespräche mit wichtigen Partnern, Sponsoren, Mitarbeitenden und weiteren Beteiligten geführt. Die dabei erfahrene Unterstützung und das Vertrauen bestärken den Verein auf dem eingeschlagenen Weg.“
Der vorläufige Sachwalter Jens Schmidt: „Die Krise des WSV kann durch die eingeleitete Eigenverwaltung überwunden werden. Ich als vorläufiger Sachwalter begleitete das Verfahren und beobachte und kontrolliere für die Gläubiger. Darüber hinaus unterstütze ich die sportlichen, strategischen und finanziellen Bemühungen bis hin zur Einigung mit den Gläubigern.“
Der Vorstand bedankt sich „ausdrücklich bei allen Mitgliedern, Fans, Ehrenamtlichen, Sponsoren, Mitarbeitenden und Partnern“ für ihre Verbundenheit: „Unser Verein hat in seiner langen Geschichte viele Herausforderungen überwunden. Wir sind überzeugt, dass wir auch diesen Weg gemeinsam erfolgreich gehen können. Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen und den WSV wirtschaftlich und organisatorisch nachhaltig neu aufzustellen.“
Man werde die „Mitglieder und die Öffentlichkeit während des gesamten Verfahrens regelmäßig über die weiteren Entwicklungen informieren und größtmögliche Transparenz gewährleisten“.