Der Bericht von Roderich Trapp zur BUGA 2031 verdeutlicht einmal mehr, wie intensiv in Wuppertal über dieses Großprojekt debattiert wird. Der Verweis auf das erfolgreiche Jahr 2009 in Schwerin greift jedoch zu kurz. Der Erfolg steht dabei außer Frage – ob er sich auf Wuppertal übertragen lässt, ist eine andere Frage.
Schwerin profitierte von einem kompakten, fußläufigen Areal rund um Schloss, Burgsee und Schlossgarten mit kurzen Wegen und zentraler ÖPNV-Anbindung – ganz anders als das topografisch zerklüftete, dezentrale Gelände im Westen Wuppertals.
Bezeichnend ist zudem, dass sich Schwerin selbst nach dem gescheiterten zweiten BUGA-Anlauf heute nur noch um eine Landesgartenschau bewirbt: ein deutlich kleineres Format mit entsprechend geringerem finanziellem Risiko. Wenn die Stadt, die den Erfolg von 2009 selbst erlebt hat, heute vorsichtiger kalkuliert, sollte das Wuppertal zu denken geben.
Zu einer ehrlichen und transparenten Debatte gehört es zudem, die Kehrseite dezentraler Konzepte nicht zu verschweigen: Die BUGA Havelregion und die BUGA München endeten in Millionenverlusten, Rostock musste die BUGA 2025 wegen massiver Kostensteigerungen komplett absagen.
In Zeiten von Inflation und engen kommunalen Haushalten für Kitas, Schulen und Infrastruktur ist eine differenzierte Risikoanalyse zwingend notwendig. Ein Erfolg von damals ist keine automatische Garantie für die Zukunft – beide Seiten der Medaille müssen nüchtern abgewogen werden, um das finanzielle Risiko für uns Steuerzahler transparent zu halten.
Timm Kutschat
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