„Die Bundesgartenschau war das beste Stadtentwicklungsprogramm in der Geschichte der Landeshauptstadt“, fasste die damalige Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow 2015 zusammen, was die BUGA mit Schwerin gemacht hat. Sie stand unter dem Leitmotiv „Sieben Gärten mittendrin“ und verband Gartenkunst mit der historischen Stadtlandschaft.
Die sieben Ausstellungsbereiche erstreckten sich rund um das Schweriner Schloss, den Burgsee, den Schlossgarten sowie weitere Ufer- und Innenstadtbereiche. Im Mittelpunkt standen die Gestaltung neuer Park- und Freiräume, die Inszenierung der Seenlandschaft und die enge Verbindung von Natur, Architektur und Kultur. 1,9 Millionen Gäste sahen sich das in sechs Monaten an, 100.000 mehr als kalkuliert. Während Elemente wie eine 325 Meter lange temporäre Brücke über den Schweriner See wieder zurückgebaut wurden, blieben rund 80 Prozent der für die BUGA geschaffenen Flächen danach erhalten und sorgten für ein dickes Plus an Lebensqualität – zum Beispiel dank der als Freizeitareal beliebten „schwimmenden Wiese“.
Geblieben ist auch ein Überschuss von rund 3,5 Millionen Euro, der in Stiftungen für Projekte in Schweriner Ortsteilen jenseits des Zentrums investiert wurde, das mit seinem Residenzensemble übrigens seit 2024 UNESCO-Welterbe ist.
„Die ganze Stadt war BUGA“, erinnert sich Silvio Horn an 2009. Der 59-Jährige ist seit 2022 Dezernent für Finanzen, Bürgerservice, Ordnung und Kultur in Schwerin und gehörte ursprünglich zu den vielen BUGA-Skeptikern. Als Kommunalpolitiker (zunächst in der CDU, später bei den Freien Wählern und heute bei den Unabhängigen Bürgern) hatte er das Projekt im Vorfeld noch abgelehnt. „Als die BUGA dann lief, haben sich alle gefragt: Warum war ich so kritisch?“, so Horn.
Die Bundesgartenschau hat Schwerin Rekordzahlen beschert: Hotels, Restaurants und Einzelhandel machten Umsätze wie noch nie. „Besonders viele Menschen aus Nordrhein-Westfalen waren da zum ersten Mal hier. Und organisatorisch hat alles gut geklappt“, blickt der Kulturdezernent zurück. Zum Beispiel in Sachen Verkehr: Weil die Schweriner BUGA die erste seit vielen Jahren war, die in einem Stadtzentrum stattfand, wurden außerhalb autobahnnah 2.000 temporäre Parkplätze geschaffen und mit dem ÖPNV an den Haupteingang in der City angebunden. Und auch das ehrenamtliche Engagement war enorm. Horn: „Wir hatten mehr Volunteers, als wir brauchten.“
„Das damals entstandene Wir-Gefühl trägt bis heute“, hatte Angelika Gramkow zehn Jahre nach BUGA-Ende festgestellt. Und auch außerhalb der Politik ist der Blick auf die BUGA positiv. Zum Beispiel beim Schweriner Nils Kaben, bekannt als ZDF-Sportreporter: „Die BUGA war der Hit. Dabei waren vorher viele Menschen skeptisch.“
Nicht überraschend also, dass Schwerin einen weiteren BUGA-Anlauf genommen hat. Die Bemühungen um die Bundesgartenschau 2025 scheiterten aber an fehlenden finanziellen Zusagen des Innenministeriums. Stattdessen bewirbt sich Schwerin jetzt um die Landesgartenschau 2035, bei der ein ehemaliger Güterbahnhof und umliegende Industriebrachen aufgewertet werden sollen.
Ganz ähnlich wie bei der Bundesgartenschau in Wuppertal ...