Plakate von „talbuddeln“ Aktion für Straßenbäume: „Ich habe Durst! Bitte gieße mich!“

Wuppertal · „Ich habe Durst! Bitte gieße mich!“ ist derzeit an Straßenbäumen in der Elberfelder Augustastraße und der Umgebung zu lesen. Mit den Plakaten macht die Initiative „talbuddeln“ darauf aufmerksam, dass Wuppertals Bäume gerade in längeren Trockenzeiten Unterstützung benötigen.

Ist eigentlich ganz einfach ...

Foto: talbuddeln

Bäume sind für das Leben in der Stadt unverzichtbar. Sie spenden Schatten, kühlen an heißen Tagen ihre Umgebung, bieten Tieren Lebensraum und tragen wesentlich zu lebenswerten Straßen und Quartieren bei. Gerade große, über viele Jahre gewachsene Bäume sind durch nichts kurzfristig zu ersetzen. „Unsere Bäume sind für uns da. Jetzt brauchen sie uns“, so Iris Koall von „talbuddeln“. „Wenn wir dazu beitragen, dass sie Trockenzeiten gut überstehen und erhalten bleiben, profitieren wir Menschen langfristig selbst davon.“

Niemand muss 100 Liter allein tragen

Mit der Aktion möchte die Initiative die Hürde zum Mitmachen bewusst niedrig halten. Ein Baum könne in einer längeren Trockenperiode durchaus 60 bis 100 Liter Wasser pro Woche benötigen. Diese Menge müsse aber niemand allein zum Baum tragen.

Das Plakat.

Foto: talbuddeln

Die Stadt Wuppertal und das zuständige Grünflächenamt kümmern sich um die Bewässerung und Pflege der städtischen Bäume. Gerade bei lang anhaltender Trockenheit könnten aber auch die Wuppertalerinnen und Wuppertaler einen wichtigen Beitrag leisten. Hier setze die Aktion von „talbuddeln“ an. Sie verstehe sich „nicht als Ersatz für die Arbeit der Stadt, sondern als gemeinschaftliche Unterstützung für die Bäume, von denen wir alle profitieren“.

„Ein Baum braucht Heldinnen und Helden wie dich. Er braucht aber auch viele Nachbarinnen und Nachbarn, die gemeinsam anpacken“, meint Mirja Dahlmann, die seit Kurzem das Team verstärkt. „Wenn zehn Menschen jeweils einen 10 Liter Eimer mitbringen, sind bereits 100 Liter zusammen. Jeder Eimer zählt.“ Hausgemeinschaften könnten sich beispielsweise absprechen, wer wann einen Eimer übernimmt. So verteile sich der Aufwand „auf viele Schultern – und aus kleinen Beiträgen wird eine wirksame Unterstützung für den Baum vor der eigenen Haustür“.

Entscheidend ist auch, wo das Wasser ankommt

Beim Gießen sollte das Wasser langsam und großflächig auf dem Boden unter der Baumkrone verteilt werden, besonders im äußeren Kronenbereich. Direkt am Stamm zu gießen ist weniger wirksam, denn die wasseraufnehmenden Feinwurzeln befinden sich vor allem weiter außen. Auch angrenzende offene Bodenflächen oder Vorgärten können zum durchwurzelten Bereich gehören. Entscheidend ist, dass das Wasser dort ausgebracht wird, wo es in den Boden einsickern kann, statt auf Pflaster oder Asphalt abzulaufen.

Wasser auffangen statt wegschütten

Auch im Haushalt lässt sich geeignetes Wasser sammeln. Wasser vom Waschen von Obst, Gemüse oder Salat kann ebenso verwendet werden wie übrig gebliebenes Trinkwasser. Auch das zunächst kalte Wasser aus Dusche oder Wasserhahn, während man auf warmes Wasser wartet, lässt sich auffangen. Regenwasser aus Eimer oder Regentonne ist ebenfalls gut geeignet. Nicht an den Baum gehört dagegen Putzwasser oder Wasser mit Seife, Spülmittel, Reinigungsmitteln, Salz oder anderen Zusätzen.

Das Plakat soll den Blick verändern

Die Plakate in der Augustastraße und Umgebung sind für „talbuddeln“ vor allem ein sichtbarer Anstoß. Natürlich trage nicht jeder Baum, der in einer Trockenperiode Wasser benötigt, ein Schild. „Wir wünschen uns, dass die Menschen anfangen, die Bäume in ihrer eigenen Straße bewusster wahrzunehmen“, sagt Iris Koall. „Vielleicht steht vor der eigenen Haustür oder ein paar Häuser weiter ein Baum, bei dem man sich fragt: Wann hat es eigentlich zuletzt richtig geregnet? Könnte ihm heute ein Eimer Wasser guttun? Genau diesen Blick möchten wir fördern.“

Damit die Idee auch in anderen Wuppertaler Straßen aufgegriffen werden kann, stellt „talbuddeln das Plakat „Ich habe Durst! Bitte gieße mich.“ auf der Website zum Herunterladen und Ausdrucken bereit. Dort finden Interessierte außerdem Informationen dazu, wie Straßenbäume sinnvoll gegossen werden und welches Wasser dafür geeignet ist.

„Unsere Bäume sind für uns da. Sie spenden uns Schatten, sorgen für Abkühlung und machen unsere Stadt lebenswerter. Jetzt brauchen sie in Trockenzeiten unsere Unterstützung“, sagt Koall. „Dafür muss niemand allein Großes leisten. Wenn viele Menschen hinschauen und ein bisschen beitragen, können wir gemeinsam viel bewirken. Jeder Eimer zählt.“