Mit großer Verwunderung und wachsendem Zorn lässt sich das anhaltende Verkehrschaos rund um das neu eröffnete Freibad Mählersbeck beobachten. Dass die Stadt Wuppertal nach jahrelangem, millionenschwerem Umbau nun mit Achselzucken vor blockierten Rettungswegen und zugeparkten Wohnstraßen steht, schlägt dem Fass den Boden aus.
Rechtlich mag die Verwaltung alles sauber weggerechnet haben: Da wurden großzügige „Fahrrad-Boni“ und ÖPNV-Abschläge im Bauantrag konstruiert, um das Fehlen von Parkplätzen auf dem Papier zu legalisieren. Doch die Lebensrealität von Familien wurde dabei komplett ignoriert. Wer mit Kleinkindern, Kühlbox und Sonnenschirm bei 30 Grad ins Freibad will, fährt nun einmal selten mit dem Lastenrad oder schleppt das Gepäck kilometerweit vom Bus den Berg hinauf. Das war mit Ansage absehbar!
Was wir hier erleben, ist ein klassisches Organisations- und Planungsversagen. Jedes Amt versteckt sich hinter seinen Paragraphen: Das Gebäudemanagement hat vorschriftsmäßig gebaut, und für das Chaos vor der Tür ist jetzt eben das Ordnungsamt oder die Polizei zuständig. Diese Kultur der organisierten Unzuständigkeit erzeugt bei uns Bürgern eine tief sitzende Politikverdrossenheit. Wenn Wahlbeamte und Planer am Grünen Tisch die menschliche Natur ignorieren und sich danach hinter rechtlichen Ausreden verschanzen, dürfen sie sich über den massiven Zorn und den Vertrauensverlust in der Bevölkerung nicht wundern.
Die Stadtverwaltung ist jetzt dringend aufgefordert, bis zur nächsten Saison echte, pragmatische Lösungen wie Shuttle-Busse oder temporäre Großparkplätze zu schaffen, anstatt das Problem weiterhin auf dem Rücken der Anwohner und Badegäste auszusitzen.
Peter Wegner
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