Doro Pesch und Udo Dirkschneider Zwei Metal-Ikonen, eine Bühne – und ein Heimspiel

Wuppertal · 43 Jahre ist es her, dass Udo Dirkschneider mit Accept auf der Bühne der Stadthalle stand. Am 10. September 2026 kehrt die Metal-Ikone in Wuppertals heilige Halle zurück – und bringt einen besonderen Gast mit: Doro Pesch. Die Metal-Queen wird mit Udo das gemeinsame Duett „Winter Dreams“ performen. Im Gespräch mit Redakteurin Milka Vidovic erzählen die beiden über Heimat, alte Zeiten, neue Musik und ihre ungebrochene Liebe zur Bühne.

Metal im Doppelpack: Doro Pesch und Udo Dirkschneider.

Foto: Veranstalter

Wie kommt es dazu, dass ihr gemeinsam bei uns in der Stadthalle auftretet?

Udo: Wir haben zusammen im vergangenen Jahr „Winter Dreams“ für das DIRKSCHNEIDER-Jubiläumsalbum „Balls To The Wall Reloaded“ aufgenommen. Jetzt ging es um die Frage, wer als Gast bei meiner Show in Wuppertal auftreten könnte. Für mich war klar: Es wäre schön, wenn Doro dabei wäre. Und sie kommt.

Doro: Sehr gern sogar. Das wird richtig cool. Das Duett aufzunehmen und das Video dazu zu machen, war schon großartig, aber jetzt live, das wird toll!

Hattet ihr schon Gigs in der Stadthalle?

Doro: Ich war einmal dort, um ein Konzert von Saltatio Mortis zu schauen, und war total überwältigt. Die Halle ist wirklich eine der schönsten, die ich kenne.

Udo: Ich stehe jetzt nach 43 Jahren zum ersten Mal wieder live auf der Bühne der Stadthalle. Das ist sensationell. Dort begann die Weltkarriere meiner damaligen Band Accept – zumindest der Weg zum internationalen Durchbruch, bevor wir nach Amerika gingen. Nach all den Jahren wieder an diesem Ort auf der Bühne zu stehen, ist emotional. Das ist nicht einfach nur eine weitere Show. Es bedeutet schon etwas.

Udo, du bist Wuppertal und wohnst wieder im Tal. Doro, du kommst aus Düsseldorf. Hast du noch einen Wohnsitz dort?

Doro: Ich habe zwei Wohnsitze. Ich war 25 Jahre in New York, bin vor zehn Jahren nach Florida gezogen. Meine Bleibe in Düsseldorf habe ich aber behalten. Wenn wir in Amerika aufnehmen oder touren, bin ich in Florida. Wenn wir hier arbeiten, bin ich in Düsseldorf.

Udo: Ich war lange genug in der Welt unterwegs. 23 Jahre habe ich nicht in meiner Heimatstadt Wuppertal gelebt. Ich wohnte in Pulheim bei Köln, später auf Ibiza. Seit fünf Jahren bin ich wieder in Wuppertal.

Doro, was würdest du Udo in Düsseldorf zeigen, wenn er dich besucht? Und Udo, was würdest du Doro imTal zeigen?

Doro: Ich würde mit Udo durch die Düsseldorfer Altstadt gehen. Dort gibt es viele Pubs und Rockclubs. Das Papidoux fällt mir ein oder der Ratinger Hof. Die Altstadt ist immer sehenswert – auch wenn Udo natürlich eigentlich alles kennt.

Udo: In Wuppertal würde ich mit Doro auf jeden Fall Schwebebahn fahren. Am besten die komplette Strecke. Das ist eine gute Möglichkeit, die Stadt kennenzulernen. Leider gibt es hier nicht mehr so viele Clubs wie früher, vor allem keine Rockclubs. Es gibt noch das Underground, aber auch das muss Ende des Jahres schließen, weil dort das Pina-Bausch-Zentrum entsteht.

Wie wäre es mit einem Doro-und-Udo-Rock-Metal-Club in Wuppertal? Dann hätten die hiesigen Metal-Fans ein eigenes Mekka.

Udo: Eine Kneipe würde ich nicht aufmachen. Ich mache vieles, aber das ganz sicher nicht.

Doro, können wir auf dich hoffen?

Doro: Ich bin ständig auf Tour oder im Studio, arbeite an Platten. Dafür reicht die Zeit nicht. Aber zurück zur Stadt an sich: Ich kenne Wuppertal sehr gut. Ich bin im Lkw aufgewachsen, weil mein Vater Fahrer war. Damals waren Solingen, Wuppertal und Remscheid wichtige Ziele für ihn, wegen der Firmen dort. Die Gegend ist so schön bergig und naturreich. Es gibt viele zauberhafte Ecken. Mein Vater hat damals viel Holz transportiert, und ich erinnere mich an die Mühlen und die Landschaft. Ich war als Kind oft da und habe die Stadt geliebt.

Doro, du arbeitest gerade an deinem neuen Album. Kannst du uns was darüber erzählen?

Doro: Das Album ist in den letzten Zügen und erscheint am 11. Dezember. Dann beginnt auch die Tour. Die erste Single heißt „Rock You to Death“. Es ist eine Feelgood-Hymne, ein bisschen in der Tradition von „All We Are“ – ein Song zum Mitsingen, Tanzen und gute Laune haben. Auf der Platte sind Hymnen, schnelle Songs und einige Balladen. Ich liebe diese ganze Bandbreite. Von sehr hart und hymnisch bis hin zu gefühlvoll. Die zweite Single wird voraussichtlich „Like a Lion“ heißen. Das ist ein sehr harter Song mit viel Fighting Spirit. Außerdem ist eine Coverversion von Bonnie Tylers „Holding Out for a Hero“ drauf

Und bei dir, Udo?

Udo: Bei mir ist das neue Album inzwischen fertig. Es erscheint am 9. Januar. Außerdem bin ich gerade mit meiner Biografie fertig geworden. Das Buch hat ca. 500 Seiten, also ein richtiger Wälzer. Es erscheint Mitte Januar. Wir korrigieren gerade noch die letzten Dinge.

Dann musst du unbedingt Lesungen in Wuppertal halten!

Udo: Das ist geplant. Wir sind zunächst fast zwei Monate auf Europatournee. Danach ist im Moment noch nichts Konkretes festgelegt, aber wahrscheinlich werde ich auf Lesetour gehen. Auch die Leipziger Buchmesse steht im Raum.

Was dürfen wir nächste Woche in Wuppertal erwarten?

Udo: Wir spielen das komplette Album „Balls to the Wall“ – in der Reihenfolge, in der die Songs auf der Platte stehen. Aber auch viele Klassiker stehen auf der Setlist. „Winter Dreams“ wird der letzte Song des Hauptprogramms sein – gemeinsam mit Doro. Außerdem gibt es weitere Überraschungen. Aber dazu sage ich jetzt nichts. Unser Bassist Peter Baltes (Anm. d. Red.: ehemaliges Accept-Mitglied) hat bei dem Album viel mitgearbeitet und mitkomponiert. Er ist inzwischen festes Mitglied bei U.D.O. Aber: Bei einem Konzert in Piraeus ist er gestürzt, hat sich drei Rippen gebrochen. Daher ist er nächste Woche leider nicht dabei. Peter hat sich sehr darauf gefreut, bei der Tour dabei zu sein.

Klingt das neue Album durch die Zusammenarbeit mit Peter ein bisschen nach Accept?

Udo: Natürlich kommt Accept bei mir immer irgendwo durch. Wenn ich den Mund aufmache, sagen manche Leute sofort: „Da ist es wieder.“ Aber das Album ist trotzdem sehr eigenständig. Es ist abwechslungsreich und nicht einfach nur eine Wiederholung früherer Werke.

Danke, dass ihr euch Zeit genommen habt für dieses Gespräch. Noch einen Satz zum Abschluss?

Doro: Ich freue mich riesig auf die Show mit Udo in Wuppertal.