Die bis zu zehn Meter tiefen Bohrpfahlwände für die Baugrube sind nach Angaben der Stadtverwaltung fertig und unter dem Schulhof, der Siegesstraße, dem Altbau und dem Nachbargebäude rückverankert. Die Gesamtbaugenehmigung ist Ende Juli eingetroffen. In den kommenden Wochen wird an der Siegesstraße das Erdreich für das Untergeschoss des Neubaus für das Ganztagsgymnasium Johannes Rau weiter ausgehoben.
Die Baugrubensohle wird rund acht Meter unter der Oberfläche liegen. Wenn die Grundleitungen gezogen und Komponenten der Erdungsanlage installiert ist, wird die Bodenplatte hergestellt. „Das Untergeschoss, in dem die neue Turnhalle untergebracht wird, wird als so genannte ,weiße Wanne‘ aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt. Falls das Vergabeverfahren erfolgreich verläuft, könnten die Rohbauarbeiten für den Neubau und die beiden Erweiterungsgebäude Ende des Jahres beginnen“, erklärt das Rathaus
Bei der Baustellenorganisation wurde indes umgedacht: „Weil die Gebäudehülle für den Neubau und die zwei bestehenden Erweiterungsbauten der Schule einheitlich gestaltet wird, werden die Rohbauarbeiten für diese drei Gebäudeteile gemeinsam ausgeschrieben, ebenso wie danach die weiteren Dach- und Fassadengewerke. Der denkmalgeschützte Altbau dagegen wird erst später separat in Angriff genommen, denn seine Bausubstanz hielt einige böse Überraschungen bereit.“
Nach der Entkernung des Gebäudes im Rahmen der Schadstoffsanierung habe eine Bauwerksuntersuchung ergeben, „dass sämtliche Geschossdecken sowie die repräsentativen historischen Gewölbeabhangdecken im zentralen offenen Treppenhaus erneuert werden müssen. Viele Wände weisen zudem Fehlstellen auf. Zwischenzeitlich mussten Decken abgestützt und marodes Mauerwerk gegen Einsturz gesichert werden.“
Die „nicht vorhersehbare Notwendigkeit der zusätzlichen Arbeiten im Altbau sowie einer Betonsanierung im südlichen Erweiterungsbau aus den 1960er Jahren“ wirke sich auf die Kosten aus: „Für die Gesamtsanierung des Gymnasiums werden voraussichtlich mehr als die bisher vom Rat der Stadt beschlossenen 70,6 Millionen Euro (zuzüglich der beweglichen schulischen Ausstattung) benötigt.“
Weil die Arbeiten an Neubau und Erweiterungsbauten schon beginnen können, während für den Altbau noch die Statik berechnet, die Ausführung geplant und die Ausschreibung vorbereitet wird, sei der für Sommer 2031 vorgesehene Fertigstellungstermin aber derzeit nicht bedroht. Zum Innenausbau sollen die beiden Stränge des Zeitplans wieder zusammentreffen: Dann soll an allen vier Gebäudeteilen parallel gearbeitet werden.