Nach weiteren Hitzesommer Grüne für konkrete Klima-Maßnahmen in Wuppertal

Wuppertal · Die Wuppertaler Grünen fordern, dass die Stadt jetzt „konkret in Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen investieren“ muss.

Aktion der „Students for Future“ (Archivbild).

Foto: Students for Future

„Die Klimakrise ist keine ferne Gefahr mehr, sondern kostet uns heute schon viel Geld. Während in ganz Deutschland die Schäden durch Hitze und Dürre laut Greenpeace auf mindestens 36 Milliarden Euro geschätzt werden, zeigt sich auch in Wuppertal: Die Hitze belastet unsere Stadt und alle Wuppertalerinnen und Wuppertaler stark“, so die Grünen. „Die Folgen sind in diversen Lebensbereichen spürbar – beim Wohnen, in der Gesundheitsversorgung und Infrastruktur, im Energiesektor und in der Wuppertaler Natur.“

Anja Liebert (Vorsitzende des Umweltausschusses): „Die extremen Temperaturen der letzten Monate haben gezeigt, wie anfällig unsere Stadt ist. Ob in überhitzten Wohnvierteln, im Gesundheitssystem oder bei der Infrastruktur – die Hitze ist ein echtes Problem für uns alle. Wir können es uns nicht länger leisten, Klimaschutz nur nebenbei zu behandeln.“

Konkret wolle man sich „unter anderem für mindestens zehn funktionierende Trinkwasserbrunnen pro Jahr einsetzen, möglichst entlang der Talachse und in den Innenstädten von Elberfeld und Barmen, wo viele Menschen unterwegs sind und es besonders heiß ist. Außerdem fordern wir für die nächsten Jahre 1.000 neue Stadtbäume, die Schatten spenden. So können wir die Lebensqualität in der Stadt während der Hitze verbessern.“

Der umweltpolitische Sprecher Ulrich T. Christenn: „Die Dürre führt auch in Wuppertal zu sinkenden Wasserständen und einem massiven Absterben von Stadtbäumen. Überall in Wuppertal müssen aktuell tote Bäume gefällt werden. Jeder einzelne ist ein Verlust für das Stadtklima. Wir brauchen jetzt zügig hitzeresistente Nachpflanzungen, eine konsequente Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips und die ganz konkrete Orientierung am Wuppertaler Hitzeaktionsplan (HAP).“

Beim HAP müsse vor allem der Schutz der Gesundheit der Wuppertalerinnen und Wuppertaler im Mittelpunkt stehen: „Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, dass die besonders wirksamen Maßnahmen priorisiert, die notwendigen Personal- und Finanzbedarfe transparent ermittelt und die erforderlichen Mittel Schritt für Schritt bereitgestellt werden.“

Klimaschutz und Klimaanpassung müsse „spätestens jetzt absolute Priorität haben – auch vor dem Hintergrund des im Jahr 2022 beschlossenen Klimanotstands, der die Pflichten der Stadt klar benennt“. Die Grünen fordern den Ausbau von Stadtgrün und Entsiegelung von Flächen, Hitzeschutzmaßnahmen für besonders gefährdete Menschen sowie Investitionen in eine klimaresiliente Infrastruktur.

„Jeder Euro, den wir heute in Klimaschutz und Klimaanpassung investieren, spart uns morgen ein Vielfaches an Reparatur- und Folgekosten. Da Klimaschutz und Klimaanpassung aber keine Aufgaben sind, die Kommunen alleine bewältigen können, unterstützen wir den Vorstoß, Hitzeschutz im Grundgesetz als Gemeinschaftsaufgabe zu verankern um eine dauerhafte gemeinsame Verantwortung zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu gewährleisten“, heißt es.