Darunter ist auch das älteste Buch im Bibliotheksbestand: eine Inkunabel aus der Frühzeit des Buchdrucks, die 1490 in Lyon gedruckt wurde. Außerdem: ein Kartenwerk des berühmten Duisburger Kartographen Gerhard Mercator aus dem Jahr 1578.
Wer Interesse hat, sich näher mit den beiden besonderen Bänden zu beschäftigen, kann problemlos digital darin blättern – möglich machen dies die hochwertigen und frei zugänglichen Komplettscans im Digitalisierungsportal der Universitätsbibliothek, in dem auch zahlreiche weitere Altbestandsexemplare in digitaler Form eingesehen werden können.
In der mehr als 500 Jahre alten Inkunabel, also einem frühen Druckerzeugnis aus der Anfangszeit des Buchdrucks, sind die Komödien des antiken römischen Autors Terenz mit dazugehörigen Kommentaren abgedruckt. Sie ist als einziges erhaltenes Exemplar dieser Auflage ein Unikat und stammt aus dem Nachlass des Kölner Altphilologen Günther Jachmann (1887-1979), den die Bergische Universität Mitte der 1980er Jahre übernommen hat.
„Bevor Jachmann die Inkunabel zu seinem fünfzigsten Geburtstag geschenkt bekam, wurde sie neu eingebunden. Das steht in einem auf Latein verfassten Schenkungsvermerk im Rückdeckel“, berichtet Dietmar Kallwellis, Fachreferent der Uni-Bibliothek. Eben dieser Ledereinband – der also wesentlich jünger als das eigentliche Buch, aber stilistisch der früheren Zeit nachempfunden ist – war Hauptanlass für die jetzige Restaurierung.
„Der Einband war im Laufe der Jahrzehnte brüchig geworden und benötigte daher dringend eine professionelle Reparatur“, erklärt Kallwellis. Auch am originalen Buchblock aus dem 15. Jahrhundert wurden bei dieser Gelegenheit Restaurierungsmaßnahmen wie beispielsweise Fehlstellenergänzungen oder Falzverstärkungen vorgenommen.
Bei dem Kartenwerk Mercators von 1578 handelt es sich um ein besonderes Stück aus der historischen Schulbibliothek des Wuppertaler Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums, die 2017 in Teilen als Dauerleihgabe an die Universitätsbibliothek kam. Bereits zweimal konnte der Band in Ausstellungen der Universitätsbibliothek bewundert werden.
So sehenswert der Inhalt mit seinen fast dreißig detailreichen Kupferstichkarten dreier Kontinente ist – auch hier war es vor allem der Einband, dem in früheren Jahrhunderten die häufige Benutzung und eine nicht immer schonende Lagerung stark zugesetzt hatten. Das bei diesem Exemplar als Deckelüberzug verwendete Pergament war über die Jahre materialtypisch verwellt und geschrumpft, zudem fleckig und rissig geworden. Auch hatten sich die doppelseitigen Karten teilweise aus der Bindung gelöst und wiesen alterungsbedingte Schäden auf. Eine gründliche Papierrestaurierung sowie Reinigung und Stabilisierung des Einbands konnten hier wirksame Abhilfe schaffen.
Der beiden wertvollen Bände nahm sich die Restaurierungswerkstatt des Landschaftsverbands Rheinland in Pulheim-Brauweiler an, zusammen mit vier weiteren Altbestandsexemplaren aus dem 16. und 17. Jahrhundert.