Beratung kann helfen: Das hat Felizitas Kracht, Leiterin der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) in Wuppertal, oft erlebt. Knapp 970 Menschen haben im vergangenen Jahr dort psychologischen Rat gesucht, in über 3.200 Stunden hat sie die Menschen mit ihrem zehnköpfigen, multidisziplinären Team beraten. „Der Bedarf ist enorm gestiegen“, sagt Kracht.
„Umso glücklicher sind wir, dass wir unsere Unterstützung nun in hellen, freundlichen Räumen anbieten können, die genug Platz für die vertraulichen Gespräche bieten.“ Seit April arbeitet die EFL, die noch Zweigstellen in Solingen und Remscheid unterhält, im Verwaltungsgebäude der evangelischen Kirche am Kirchplatz in Wuppertal-Elberfeld. Jetzt wurden die Mitarbeiterinnen offiziell am neuen Standort von Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche sowie der Stadt begrüßt.
Ökumene stärken, Kräfte bündeln
„Die gemeinsame Hausnutzung bietet uns die Möglichkeit, ökumenisch in unserer Stadtmitte präsent und für die Menschen da zu sein“, betonte der Vorsitzende des Evangelischen Gesamtverbands der Kirchengemeinden Wuppertal, Michael Sengstmann. Dem Gesamtverband gehört die Immobilie. „Wir stärken damit unser christliches Angebot am Kirchplatz und bündeln unsere Kräfte.“
Auch der katholische Stadtdechant Dr. Bruno Kurth wies auf die gute ökumenische Nachbarschaft hin. „Die katholische Beratungsstelle ist die größte ihrer Art in der Stadt mit Blick auf die evangelische CityKirche, die wiederum auf dem Fundament der ursprünglichen katholischen Laurentiuskirche steht.“ Kurth segnete die Räume und bat auch um Gottes Geist für „all jene, die hier Rat suchen und um ein hörendes Herz für diejenigen, die ihn geben“.
Schwerpunkt Paarberatung
Fast 30 Jahre hatten die Mitarbeitenden der EFL Wuppertal an der Alten Freiheit in Elberfeld gearbeitet. Doch nach dieser langen Zeit sei eine Kernsanierung des Gebäudes nötig gewesen und so habe man sich auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten gemacht, erklärte Felizitas Kracht. „Wir fühlen uns hier alle sehr wohl. Das gilt auch für unsere Klientinnen und Klienten, für die uns nun fünf Beratungsräume zur Verfügung stehen.“
Der Schwerpunkt der katholischen EFL liegt in Wuppertal auf der Paarberatung, während die evangelische Diakonie stärker in der Erziehungsberatung aktiv ist. Die psychologischen Beratungsstellen stehen laut Kracht in einem engen Austausch, denn immer mehr Familien suchen Rat und Hilfe. „Wir erleben hier viele Paare, die über starke Erschöpfung klagen und darüber, dass sie sich den Anforderungen des Alltags kaum noch gewachsen fühlen.“