Bergische Uni Wuppertal 75 Jahre Partnerschaft mit dem Bethel College

Wuppertal · Seit 1951 leben die Bergische Universität Wuppertal – damals noch als Pädagogische Hochschule – und das Bethel College in North Newton, Kansas/USA, eine besondere Partnerschaft. Das Austauschprogramm ist eines der ältesten zwischen einer deutschen und amerikanischen Hochschule.

Von li: Deborah Gering, US-Generalkonsulin Preeti V. Shah, BUW-Koordinatorin Dr. Bettina Hofmann, Prorektor Prof. Dr.-Ing. Peter Gust, Bethel-Präsident Dr. Jon Gering, Rektorin Prof. Dr. Birgitta Wolff, Professorin Dr. Birgit Spengler und Dekanin Prof. Dr. Ursula Kocher.

Foto: Julia Sattler

Anfang Juni feierten die beiden Institutionen gemeinsam das 75-jährige Jubiläum in Wuppertal und den hohen Wert der Völkerverständigung. Dabei wurden auch Pläne geschmiedet, wie die Kooperation in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden kann.

„In Zeiten, in denen internationale Zusammenarbeit nicht selbstverständlich ist, sind so langlebige Partnerschaften wie die unsere mit dem Bethel College besonders wertvoll. Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, Türen offen zu halten, miteinander zu sprechen und den akademischen, kulturellen und persönlichen Austausch auf diese Weise zu pflegen. Gerade für junge Menschen ist solch ein Austausch mitunter ein Game Changer, der Horizonte öffnet. Wir freuen uns über diese schon fast historische Verbindung, aus der auch in Zukunft noch viele neue Freundschaften entstehen werden – da bin ich mir sicher“, betonte Rektorin Prof. Dr. Birgitta Wolff im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten.

Dr. Jon Gering (Präsident des Bethel Colleges in North Newton, Kansas/USA): „Wenn ein Austauschprogramm sein 75-jähriges Bestehen feiert, ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis vieler einzelner Entscheidungen, sich einzubringen, sich zu engagieren und anderen zu vertrauen, die anders sind als man selbst.“

Dieses Austauschprogramm verändere „die Herzen und Köpfe junger Menschen. Das Programm sollte anderen Institutionen, welche die Fähigkeit zu globalem Verständnis und Zusammenarbeit fördern möchten, als Vorbild – und als Herausforderung – dienen. Das Bethel College ist dank Wuppertal ein besserer Ort, und ich glaube, das Gleiche gilt auch für die Bergische Universität. In Zeiten, in denen Spaltung der eine Weg ist, geht diese Partnerschaft in die andere Richtung.“

Feierlicher Höhepunkt

Ganz bewusst standen die Rektorin und der Präsident daher Seite an Seite auf der Bühne, als es an der Zeit war, den feierlichen Höhepunkt des Jubiläums zu eröffnen: das Abschlusskonzert des Bethel College Concert Choir, der seine Europatournee nach Auftritten in Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland mit einem Finale in der Wuppertaler CityKirche beendete und dabei – ganz im Sinne der Partnerschaft – vom Vokalensemble der Universität Wuppertal begleitet wurde.

Darüber freute sich auch Wuppertals Bürgermeister Heiner Fragemann, der die amerikanischen Gäste im Rahmen ihres Aufenthaltes ebenfalls willkommen hieß:: „Wir freuen uns sehr, dass das Abschlusskonzert anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen dem Bethel College und der Bergischen Universität hier in Wuppertal stattgefunden hat. Die langjährige Freundschaft zwischen den beiden Institutionen gründet sich auf einer gemeinsamen Neugier an der Welt und aus dem Glauben an die Kraft der Völkerverständigung, der Wissenschaft und der Kunst. Der Austausch hat viele Lehrende geprägt, die heute in unserer Stadt wirken. Eine Stadt, die – wie unsere Universität – bunt und vielfältig ist und der Welt gegenüber aufgeschlossen. Allen an diesem Projekt Beteiligten gilt der Dank und die Anerkennung der Stadt Wuppertal.“

Pflege und Weiterentwicklung

Der Besuch der Delegation aus North Newton in Kansas diente auch der Pflege und Weiterentwicklung des langjährigen Austauschs. Neben dem Konzert standen daher Begegnungen mit ehemaligen und aktuellen Beteiligten des Austauschs an der Wuppertaler Uni und gemeinsame Gespräche mit Vertreterinnen und Vertreter des BUW-Rektorats und der aus Düsseldorf angereisten US-Generalkonsulin Preeti V. Shah auf dem Programm. Darüber hinaus gab es Gelegenheit, die Stadt zu erkunden – zu Fuß und selbstverständlich schwebend über der Wupper.

Als das Programm 1951 ins Leben gerufen wurde war es der Pädagogischen Hochschule in Wuppertal angegliedert, aus der später die Bergische Universität Wuppertal hervorging. Inzwischen haben jedes Jahr zwei Studierende sowohl der BUW als auch des Bethel College die Möglichkeit, ein akademisches Jahr an der jeweils anderen Hochschule zu verbringen. Bis heute waren 115 Studierende aus Wuppertal am Bethel College. 101 Studentinnen und Studenten des Bethel Colleges wurden in Wuppertal begrüßt.

Was den Austausch neben dem langen Fortbestand außerdem besonders macht: Die ehemaligen Austauschstudierenden pflegen eine enge Verbundenheit. So ist es dem 1997 gegründeten Förderverein Freunde des Bethel College“ ein besonderes Anliegen, die amerikanischen Studentinnen und Studenten in Wuppertal zu unterstützen. „Jedes Jahr erhalten Studierende auf beiden Seiten des Atlantiks die Chance, neue Erfahrungen zu sammeln, andere Kulturen kennenzulernen und ihren Horizont zu erweitern. Nicht selten entstehen daraus Freundschaften, die ein Leben lang Bestand haben“, verdeutlicht der Vereinsvorsitzende Alexander Froehlich.

An der BUW nehmen traditionell Studentinnen und Studenten der Anglistik/Amerikanistik an dem Austausch teil. Studierenden des Bethel College steht das gesamte Angebot der BUW offen. Koordiniert wird die Kooperation in Wuppertal von Dr. Bettina Hofmann: „Das interkulturelle Lernen bei einem solchen Austausch ist unersetzbar. Diese Erfahrungen geben die Austauschstudierenden auch später als Lehrerinnen und Lehrer an ihre Schülerinnen und Schüler weiter. Die in Kansas geschlossenen Freundschaften begleiten die Teilnehmenden ein Leben lang.“

Im Rahmen des Delegationsbesuchs wurden unter anderem Pläne besprochen, das Austauschprogramm auf andere Fächer und Lehrende auszuweiten und damit weiteren BUW-Mitgliedern den Aufenthalt am Bethel College zu ermöglichen. So tauschte sich Präsident Jon Gering während des Besuchs auch mit Vertretern aus der Wuppertaler Biologie aus.

Rektorin Wolff: „Natürlich sind Universitäten Orte des Wissens und der Forschung. Aber sie sind ebenso Orte, an denen junge Menschen lernen, die Welt aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Sie lernen, zuzuhören, Fragen zu stellen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen zu respektieren. In diesem Sinne ist internationale Zusammenarbeit nicht nur ein Nice-to-have, sie ist Teil dessen, was Universitäten ausmacht.“