Ev. Kirchenkreis Wuppertal Sommersynode: Die Kirche von morgen gestalten

Wuppertal · Trotz knapper werdender Ressourcen will der Kirchenkreis Wuppertal seine Präsenz in Universität, Schulen und Stadtgesellschaft sichern. Die Sommersynode beriet über neue Kooperationsmodelle, Bildungsarbeit und Zukunftsprojekte.

Impressionen von der Synode.

Foto: Thorsten Levin

Die Zukunft evangelischer Bildungsarbeit stand im Mittelpunkt der Sommersynode des evangelischen Kirchenkreises Wuppertal. Die 83 stimmberechtigten Synodalen beschäftigten sich am Samstag (13. Juni 2026) mit der Perspektive der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG), den Planungen für eine stärkere Zusammenarbeit der Schulreferate im Bergischen Land, der Weiterentwicklung des Lern- und Gedenkortes Kemna sowie mit wichtigen Struktur- und Bauprojekten des Kirchenkreises.

„Als Kirche möchten wir weiterhin an der Universität, in den Schulen, aber auch in der Erinnerungskultur unserer Stadt präsent sein“, betonte Superintendent Dr. Jochen Denker. Um die Arbeit zu sichern, brauche es aber neue Kooperations- und Finanzierungsmodelle. Daher beschloss die Synode zu prüfen, wie die Evangelische Studierendengemeinde an der Bergischen Universität organisatorisch und finanziell weitergetragen werden kann, wenn die rheinische Landeskirche ihre Trägerschaft zum 31. Dezember 2027 beendet.

Superintendent Dr. Jochen Denker leitete die Sommersynode 2026.

Foto: Thorsten Levin

Sehr geschätzt: Kirche an der Uni

Die Wuppertaler ESG nimmt innerhalb der rheinischen Hochschulseelsorge eine besondere Stellung ein. Seit 2018 arbeitet sie eng mit der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) zusammen und nutzt gemeinsam mit ihr als „Kirche an der Uni“ ein landeskirchliches Gebäude direkt vor dem Eingang des Universitätsgeländes. Die Angebote für die Studierenden reichen von Diskussionsveranstaltungen, Seelsorge und Freizeitaktivitäten bis zu finanzieller Unterstützung für Studentinnen und Studenten in Notlagen.

„Es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir als verfasste Kirche in einem sehr diversen Umfeld präsent sind“, betonte ESG-Pfarrerin Claudia Andrews. „Auch die Universität schätzt unsere Angebote auf dem Campus und die enge Anbindung an das studentische Leben.“ Bis zur Kreissynode im November 2026 sollen nun die Grundlagen für eine Richtungsentscheidung erarbeitet werden. Diskutiert werden sollen unter anderem eine stärkere Vernetzung mit den Elberfelder Kirchengemeinden sowie tragfähige Finanzierungs- und Organisationsmodelle.

Evangelische Bildung zukunftsfähig machen

Ein weiterer Schwerpunkt der Synode war die Zukunft der schulbezogenen Bildungsarbeit. Die Verantwortlichen der Kirchenkreise Düsseldorf-Mettmann, Lennep, Leverkusen, Niederberg, Solingen und Wuppertal prüfen derzeit eine engere Zusammenarbeit der Schulreferate. Hier braucht es aber noch intensive weitere Beratung, zu der die Synode ihre Zustimmung gab.

ESG-Pfarrerin Dr. Claudia Andrews warb auf der Synode für die Weiterführung der Studierendenarbeit.

Foto: Thorsten Levin

Zur evangelischen Bildungsarbeit zählt auch die Entwicklung des Gedenk- und Lernortes Kemna. Der Kirchenkreis gestaltet das Projekt am ehemaligen Konzentrationslager KZ Kemna federführend mit. Von insgesamt rund 4,3 Millionen Euro sind bislang 1,5 Millionen Euro durch die Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen zugesagt. Weitere Fördermittel und Spenden werden dringend benötigt. Ziel ist es, einen dauerhaften Ort des Erinnerns, Lernens und gesellschaftlichen Dialogs in Wuppertal zu schaffen.

Auflösung des Verwaltungsverbandes Wuppertal-Solingen

Einen weiteren wichtigen Beschluss fasste die Synode zur zukünftigen Organisation der Verwaltung. Der Evangelische Verwaltungsverband Wuppertal-Solingen wird aufgelöst. Hintergrund ist die geplante Fusion des Kirchenkreises Solingen mit den Kirchenkreisen Düsseldorf-Mettmann und Niederberg.

Die Verwaltungsaufgaben werden künftig wieder in eigener Verantwortung der jeweiligen Kirchenkreise wahrgenommen. Für Wuppertal entsteht dazu eine kreiskirchliche Verwaltung als unselbstständiges Werk des Kirchenkreises. Die dafür notwendige Satzung wurde von der Synode einstimmig beschlossen.

Trotz vieler Baustellen optimistisch

Auch die Sanierung der CityKirche Elberfeld beschäftigte die Synodalen. Die denkmalgeschützte Kirche erweist sich als deutlich größere bauliche und finanzielle Herausforderung als ursprünglich angenommen. Zusätzliche Schäden am Natursteinmauerwerk haben die Kosten des ersten Bauabschnitts auf rund 1,37 Millionen Euro steigen lassen.

„Wir stehen vor Veränderungen und großen Herausforderungen. Doch wir lassen uns nicht entmutigen, sondern gehen diese gemeinsam als Gemeinden und Kirchenkreis an, denn wir werden als Kirche in unserer Stadt gebraucht“, sagte Superintendentin Katharina Pött. Das bestätigte Bürgermeister Heiner Fragemann (SPD) in seinem Grußwort. Das Engagement der evangelischen Kirche in Seelsorge, Diakonie und den Quartieren stifte Orientierung, Hoffnung und Zusammenhalt.

Unterstrichen wurde die Bedeutung gelebter Gemeinschaft auch durch den Besuch von sechs Delegierten aus dem namibischen Partnerkirchenkreis Keetmanshoop auf der Synode. Sie würdigten die fast 50-jährige Partnerschaft mit Wuppertal als großen Segen und Zeichen gegenseitiger Verbundenheit im Glauben.