Nachhaltigkeit beginnt im Badezimmer
Die tägliche Nutzung von konventionellen Wattepads, Kunststoffzahnbürsten oder Duschgelen in Plastikgebinden summiert sich im Laufe eines Jahres pro Kopf auf mehrere Kilogramm vermeidbaren Abfalls. Dies ist angesichts steigender Müllmengen in Wuppertal umso wichtiger.
Inzwischen existiert für nahezu jedes herkömmliche Produkt eine ökologisch vorteilhafte Entsprechung. Diese Lösungen bieten oft einen doppelten Vorteil: Neben der Müllvermeidung führt die Langlebigkeit vieler Produkte langfristig zu einer Kostenersparnis.
Moderne Ansätze für die Monatshygiene
Die Menstruationshygiene ist ein Bereich mit besonders hohem Aufkommen an Einwegartikeln. Innovative und wiederverwendbare Lösungen gewinnen hier zunehmend an Bedeutung.
Ein moderner Ansatz ist die Verwendung von Periodenunterwäsche. Diese Textilien gleichen optisch herkömmlicher Unterwäsche, verfügen jedoch über ein integriertes, mehrlagiges Saugsystem, das Flüssigkeiten sicher aufnimmt und Gerüche neutralisiert. Nach der Verwendung erfolgt eine Reinigung in der Waschmaschine, was eine dauerhafte Wiederverwendung ermöglicht.
Eine breite Auswahl an verschiedenen Modellen und Saugstärken hilft dabei, für jede Situation die passende Unterwäsche zu finden. Die Panties können Binden oder Tampons komplett ersetzen oder auch zusätzlichen Schutz vor Auslaufen bieten. Sie kombinieren Müllvermeidung mit hoher Funktionalität im Alltag und beim Sport.
Menstruationstassen sind kelchförmige Becher aus medizinischem Silikon. SIe werden intern getragen und fangen die Flüssigkeit direkt auf. Im Gegensatz zu Tampons trocknen sie die Schleimhäute nicht aus und bieten einen Schutz von bis zu zwölf Stunden. Nach der Entleerung und Reinigung können sie sofort wieder eingesetzt werden. Bei entsprechender Pflege und regelmäßiger Sterilisation durch Auskochen ist eine Verwendung über viele Jahre möglich, was sie zu einer der wirtschaftlichsten und umweltfreundlichsten Lösungen macht.
Als waschbare Alternative zur klassischen Einwegbinde bieten sich zudem Stoffbinden an. Diese Einlagen bestehen meist aus Naturmaterialien wie zertifizierter Bio-Baumwolle. Sie sind ebenfalls in verschiedenen Saugstärken und Größen erhältlich und werden häufig mit Druckknöpfen am Slip fixiert. Wer etwas Näherfahrung hat, kann solche Stoffbinden auch selbst herstellen. Dabei lassen sich gut Stoffreste verwerten.
Durch den Verzicht auf Plastikoberflächen und Klebestreifen sind sie besonders atmungsaktiv und hautverträglich. Nach der Nutzung werden sie kalt ausgespült und anschließend in der Waschmaschine gereinigt, wodurch sie hunderte Male wiederverwendet werden können.
Feste Alternativen statt Flüssigprodukten
Ein effektiver Schritt zur Abfallvermeidung lässt sich im Bereich der Körperpflege vollziehen. Flüssige Seifen und Shampoos bestehen zu einem erheblichen Teil aus Wasser, was den Einsatz von Kunststoffflaschen für Lagerung und Transport erforderlich macht.
Festes Shampoo und Haarseife ähneln optisch klassischen Seifenstücken, enthalten jedoch konzentrierte Pflegestoffe. Ein einziges Stück festes Shampoo kann das Volumen von bis zu drei herkömmlichen Plastikflaschen ersetzen. Für die Körperreinigung sind mit sogenannten Duschbrocken ebenfalls feste Varianten verfügbar, die oft rückfettende Eigenschaften besitzen und vollständig ohne Kunststoffverpackung auskommen.
Nachhaltige Zahnpflege
Da konventionelle Zahnbürsten meist aus einem Mix verschiedener Kunststoffe bestehen, ist ein effektives Recycling kaum möglich. Als schnell nachwachsender und biologisch abbaubarer Rohstoff bietet hier Bambus eine umweltfreundliche Materialbasis für Zahnbürsten. Lediglich die Borsten müssen in der Regel separat über den Restmüll entsorgt werden.
Als Ersatz für Zahnpasta in Tuben gibt es mittlerweile Tabletten, die im Mund zerkaut werden, bis ein Reinigungsschaum entsteht. Die Aufbewahrung erfolgt meist in wiederverwendbaren Gläsern oder Papierverpackungen.
Kleinteilige Abfälle vermeiden
Oft sind es die kleinsten Gebrauchsgegenstände, die in der Summe eine große Umweltbelastung darstellen:
· Waschbare Abschminkpads: Pads aus Baumwolle oder Bambusviskose können nach Gebrauch in einem Wäschenetz gereinigt werden. Sie gelten zudem oft als hautschonender im Vergleich zu Einweg-Wattepads.
· Nachhaltige Wattestäbchen: Varianten mit einem Schaft aus Bambus oder Papier vermeiden Plastikmüll. Als dauerhafte Lösung bieten sich zudem wiederverwendbare Utensilien aus Edelstahl oder Silikon an.
Abfallfreie Rasur
Einwegrasierer und Systemrasierer mit Kunststoff-Wechselköpfen verursachen ebenfalls kontinuierlich schwer recycelbaren Abfall. Hier hat der Rasierhobel einen neuen Aufschwung erlebt.
Dieses klassische Instrument besteht zumeist vollständig aus Metall oder Holz und zeichnet sich durch eine extrem hohe Lebensdauer aus. Da lediglich die flache Metallklinge ausgetauscht wird, reduziert sich das Müllaufkommen auf ein Minimum. Zudem sind die Ersatzklingen im Vergleich zu modernen Systemköpfen deutlich kostengünstiger.
Schrittweise Umstellung auf ein grüneres Bad
Eine komplette Umgestaltung des Badezimmers muss nicht unmittelbar erfolgen. Als nachhaltigste Strategie gilt es, vorhandene Bestände zunächst aufzubrauchen und erst bei Bedarf durch ökologische Alternativen zu ersetzen. Ob durch den Wechsel zu Periodenunterwäsche oder die Nutzung fester Seifen: Jeder Beitrag unterstützt die Reduzierung der Umweltbelastung.
In Wuppertal bieten lokale Unverpackt-Läden sowie gut sortierte Drogeriemärkte bereits umfangreiche Sortimente an, um den Plastikverbrauch im Sanitärbereich konsequent zu senken.