Wie weit hinter unserem Sonnensystem muss man eigentlich leben, um erst im Herbst 2025 zufällig aus dem Radio etwas über den Führerschein-Pflichtumtausch zu erfahren? Tausende von Bürgern sind seit 2022 jedes Jahr zu dieser Maßnahme, für die jeder Betroffene ein ganzes Jahr Zeit hat, sie umzusetzen, verpflichtet, ihren vor 2013 ausgestellten Führerschein, gestaffelt nach Jahrgängen, in ein neues Kartenformat umzutauschen.
In den sozialen Netzwerken, sämtlichen Medien und auf allen übrigen Kanälen wird Jahr für Jahr regelmäßig unterjährig darüber informiert. Stichtag ist der 19. Januar eines jeden Jahres. Und während in der Zeit von März bis Oktober maximal zwei bis drei Wochen zwischen Antragstellung und Zusendung der neuen Karte vergehen, knubbelt es sich erfahrungsgemäß in der Zeit von November bis Februar, weil, ähnlich wie bei der Steuererklärung, die meisten (Schild-?)Bürger den Umtausch auf den berühmten letzten Drücker beantragen.
Gerade wenn es dann zeitlich eng wird, verlängern sich natürlich auch die Bearbeitungszeiten, weil im Spätherbst auf einen Schlag zusätzlich Hunderte, wenn nicht Tausende solcher Anträge im Monat zu bearbeiten sind. Dann werden selbstverständlich die Termine rar, und die Telefone können ebenfalls nicht mehr angemessen bedient werden.
Ich bin sehr sicher, dass die Mitarbeitenden der Führerscheinstelle ihr Bestes geben, um diesem temporären Ansturm gerecht zu werden. Aber auch sie können sich nicht im entsprechenden Verhältnis klonen. Vielleicht fasst man sich zuerst einmal an die eigene (Schildbürger-)Nase und geht die Dinge frühzeitig an, bevor man, weil populär, immer sofort auf die Behörde und deren Mitarbeitende schimpft.
Arno Klünner
● Leserbrief an die Wuppertaler Rundschau: [email protected]
● Zu den Rundschau-Leserbriefen: hier klicken!
● Allgemeine Hinweise zur Veröffentlichung: hier klicken!