„Zusammen ausm Tal“ ist ein Slogan, der während meiner Amtszeit als Vorsitzender des Verwaltungsrates im damals eingerichteten Marketingrat entwickelt wurde und bis heute eine prägende Rolle in der Vereinskommunikation spielt. Bedauerlicherweise hat sich dieses „Zusammen" zunehmend zu einer bloßen Marketingformel reduziert. Weder im Leitbild noch in der gelebten Praxis des Vereins scheint dieser Anspruch inzwischen in hinreichendem Maße verankert zu sein.
Mit wachsender Irritation beobachte ich, wie die derzeit Verantwortlichen im Zusammenhang mit der aktuellen Kampagne gegen den sportlichen Leiter Gaetano Manno agieren – beziehungsweise vielmehr nicht agieren. Dabei möchte ich ausdrücklich hervorheben, dass es mir nicht um eine sportliche Bewertung geht.
Unabhängig von möglichen sportlichen Fehlentscheidungen rechtfertigt nichts, dass ein Mensch und Vereinsmitglied über Wochen hinweg öffentlich diffamiert wird. Solche Dynamiken können für die Betroffenen gravierende persönliche und nicht zuletzt auch gesundheitliche Konsequenzen haben. Gerade in einem Verein, der sich seinen gemeinschaftlichen Werten verpflichtet fühlt, sollte ein respektvoller und wertschätzender Umgang auch in Phasen der Kritik selbstverständlich sein.
Umso befremdlicher erscheint es, dass sich nun sowohl neue als auch amtierende Protagonisten für den Verwaltungsrat positionieren und diese Entwicklung teilweise sogar befördern. Ein solcher Zustand ist aus meiner Sicht schwer hinnehmbar. Umso mehr hoffe ich, dass die Mitglieder des Vereins aufmerksam und kritisch prüfen, mit welchen Argumenten und Konzepten sich die Kandidaten für den Verwaltungsrat präsentieren.
Es ist zu erwarten, dass erneut die altbekannten Reformversprechen vorgetragen werden, die seit der WSV-2.0-Ära immer wieder formuliert worden sind und bei näherer Betrachtung weniger einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Vereins dienen als vielmehr der persönlichen Profilierung Einzelner.
Dem ehemaligen Oberbürgermeister Andreas Mucke dürfen in diesem Zusammenhang keinerlei niedrige Beweggründe unterstellt werden. Er ist ein langjähriger Unterstützer und Förderer des Vereins, dessen Engagement von Authentizität und persönlicher Integrität geprägt ist.
Ich selbst engagiere mich inzwischen in anderen gesellschaftlichen Bereichen ehrenamtlich und stehe für Funktionen innerhalb des Vereins nicht zur Verfügung. Meine Ausführungen verstehen sich daher ausschließlich als persönliche Einschätzung eines langjährigen Begleiters und Mitglieds des Vereins.
Abschließend möchte ich neben der Hoffnung auf einen respektvollen und wertschätzenden Umgang innerhalb des Vereins den Wunsch formulieren, dass die Mitglieder bei der Wahl des zukünftigen Verwaltungsrates auch einen fokussierten Blick auf das Fanprojekt, den Fanrat sowie auf die zahlreichen ehrenamtlich Engagierten richten. Ebenso sollte ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern berücksichtigt werden. Darüber hinaus wäre zu wünschen, dass sich die Mitglieder nicht von Personen blenden lassen, deren Engagement erst mit der Aussicht auf ein Amt begonnen hat.
Christian Vorbau (Mitglied des Wuppertaler SV)
● Leserbrief an die Wuppertaler Rundschau: [email protected]
● Zu den Rundschau-Leserbriefen: hier klicken!
● Allgemeine Hinweise zur Veröffentlichung: hier klicken!