Briefe von Leserinnen und Lesern „Marotten von ,Partei-Zöglingen‘“

Wuppertal · Betr.: Buch mit Kommunalpolitik-Bilanz von Ex-OB Uwe Schneidewind

Symbolbild.

Foto: Rundschau

Ich denke, dass es sich nicht um ein Wuppertaler Problem handelt, sondern dass solche Arten und Marotten von „Partei-Zöglingen“ in jeder Stadt zu finden sind. Das wird auch das Problem sein, mit dem die (großen) Volksparteien (ich war vor 30 Jahren auch einmal Mitglied der SPD) weiterhin massiv zu kämpfen haben werden.

Warum wundert man sich über Wahlerfolge der AfD? Ist deren Erfolg nicht auch punktuell die Konsequenz aus dem Verhalten vieler Politikerinnen und Politikern? Ich denke schon, bin sogar fest davon überzeugt.

Zur Thematik in Wuppertal: Als Wuppertal 75 Jahre alt wurde, gründete sich die „Wählergemeinschaft für Wuppertal“ (WfW). Ich war hier 2004 und später Stadtverordneter im Rat und zugleich Bezirksvertreter in Vohwinkel.

Nach meinem Austritt aus der WfW aus internen Gründen und wegen meines jungen Familienlebens bekam ich umgehend von zwei Parteien Anfragen bezüglich eines Übertritts. Eine dritte signalisierte eine sofortige Zusammenarbeit, wenn ich meinerseits ein Interesse des Engagements dort bekunden würde.

Auf die Frage, wieso jetzt eine Zusammenarbeit mit mir gesucht werde, wo doch seinerzeit meine Anträge und Anfragen allesamt abgewatscht wurden, sagten mir Vertreter dieser Parteien sinngemäß, meine/unsere Anträge seien inhaltlich und in der Begründung gut und korrekt, jedoch nur „von der falschen Partei“ gewesen. So viel zum inhaltlichen (!) Diskurs mit langjährig tätigen Kommunalpolitikerinnen und -politikern.

Anmerkung 20 Jahre später: Wundert euch bitte nicht über Politik-(nicht Demokratie-!)Verdrossenheit!

Markus Kiel

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