Ich habe Uwe Schneidewind ein paar Mal bei öffentlichen Anlässen getroffen und auch mit ihm gesprochen. Er wirke eloquent und bürgernah, aber ebenso auch etwas fremd im Amt. Dass seine Amtszeitbilanz mit einem Paukenschlag endete und in einem Buch mit dem Titel „Dienstschluss“ nun konkret wurde, verwundert nicht.
Was hier geschildert wird, braucht keine Namen. Man erkennt die Protagonisten schon durch ihre Umschreibungen. Zitat: „In meiner Zeit in der Wuppertaler Stadtpolitik war ich beeindruckt davon, mit welch vielfältiger Fantasie gute inhaltliche Argumente in Zweifel gezogen wurden, um die eigene Interessenlage abzusichern.“
Er spricht von Sonntagsreden, von attraktiven Aufwandsentschädigungen und machtpolitischem Instinkt. Er nennt Menschen, die nach ihrer persönlichen Kassenlage entscheiden und an Sesseln kleben.
Endlich musste mal einer wie Herr Schneidewind kommen, der den Schneid hat, aus dem Nähkästchen zu plaudern. Wir haben es immer geahnt. Jetzt haben wir es schriftlich. Ich empfinde es nicht als Nachtreten aus Wut. Uwe Schneidewind hat nur nichts mehr zu verlieren.
Die einzige Hoffnung ist, dass eine neue Generation eine moralisch bessere Politik für die Bürger macht. Vielleicht hat das die neue Oberbürgermeisterin Miriam Scherff schon gezeigt, indem sie das Pina-Bausch-Zentrum zur Chefinnen-Sache erklärte.
Matthias Müller
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