Nach Toreschluss - die Wochenendsatire Kütt d‘r Zoch?

Wuppertal · „Wuppertal kann Karneval“ ist das Motto der soeben auf ihren Höhepunkt zusteuernden Session. Eine Mischung aus Trotz und dem Versuch, närrisches Selbstvertrauen aufzubauen. Dergestaltet ermutigt setze ich die Pappnase auf und halte passend dazu mal wieder eine Büttenrede

Roderich Trapp.

Foto: Rundschau

In Wuppertal, ach wie famos,
da war schon wieder so viel los.
Im Herbst da hatten wir ja Wahlen,
mit ziemlich eindeutigen Zahlen:
Mit Blick auf lahme Kandidaten
mussten Bürger nicht lang raten,
das Kreuzchen kriegt die Miriam,
die kennen wir von Instagram!
Jetzt haben wir – wo führt das hin?
– ’ne Oberbürgermeisterin!

Die frische Kraft im Rathaus Barmen,
ist eine Frau mit tausend Armen,
an jedem hängt ein Smartphone dran,
damit sie Fotos machen kann,
für viel Content auf dem Account.
Der Bürger wundert sich und staunt,
dass diese Dame gut gelaunt
auch noch auf jedes Bildchen geht,
das bei uns in der Zeitung steht.

Regier‘n jedoch, das weiß man ja,
geht nicht auf Social Media,
denn dazu gibt‘s den Rat der Stadt,
der leider wenig Ahnung hat.
Mehr Narren haben da Mandate,
als in manchem Elferrate.

So richtig jeck, ich geb‘ es zu,
find ich dabei die CDU.
Die hat den Stadtdirektor Nocke,
ja öfter schon die ärmste Socke,
erneut im Rat zur Wahl gestellt
und ihn dann selber nicht gewählt.

Die Abstimmung, die war geheim,
und keiner will‘s gewesen sein,
das Image ist jetzt ramponiert,
was Politik nicht interessiert.

Wir brauchen wohl, das ist ganz klar,
im Stadtrat einen Kommissar,
der findet raus, wer wo zuletzt
sein Kreuzchen hat ganz falsch gesetzt
und uns was anderes erzählt –
der Täter wird dann abgewählt!

Herr Nocke packt jetzt seine Sachen
und wird sich still ins Fäustchen lachen,
denn auch was Gutes hat der Flop:
Das Meldeamt ist aus dem Kopp!
Es wohnt zwar seit November schon
recht schön in einer Direktion
am Döppersberg mit sehr viel Prunk,
doch leider gibt’s hier reichlich Stunk:
Termine kriegt dort keine Sau ‑
Ihr Pass läuft ab? Auau, auau ...

Doch liebes Volk, enstpann’ dich mal,
denn kommt man wirklich aus dem Tal,
geht an der Grenze alles glatt:
Ein schönes „dat“ und frisches „wat“
verrät in jedem fremden Land
die Herkunft hier vom Wupperstrand.

Wer reisen will, der sollt‘ auch wissen:
Seit Freitag sind wir angeschissen!
Die Eisenbahn, es ist zu dumm,
fährt um uns nur noch herum.
Fünf Monate Ersatzverkehr
sind nicht nur sexuell sehr schwer.,

Ne Ewigkeit kein Zug im Tal,
das kennen wir von Karneval.
Doch lässt man da uns wieder hoffen,
die Miri macht die Kasse offen,
Zuschuss für Klömpkes und Kamelle
versprach sie letztens auf die Schnelle,
auf dass d‘r Zoch bald wieder kütt.

Wenn‘s klappt, dann geh ich in die Bütt
und sage „Leute, kneift mich mal,
Wuppertal kann Karneval!“

Bis die Tage!