Wiederwahl gescheitert Aus für Stadtdirektor und Dezernent Matthias Nocke

Wuppertal · Der Wuppertaler Stadtrat hat am Montag (26. Januar 2026) die Wiederwahl von Stadtdirektor Matthias Nocke als Beigeordneten für Kultur und Sport, Sicherheit und Ordnung abgelehnt. Seine Amtszeit endet damit nach 16 Jahren am 26. März.

Keine Mehrheit im Stadtrat: Die von der CDU beantragte Wiederwahl von Matthias Nocke ist heute im Stadtrat gescheitert.

Foto: Christoph Petersen

Am Ende gab es zwar fast geschlossen stehenden Applaus für Matthias Nocke, genug Stimmen bekam das dienstälteste Mitglied im Verwaltungsvorstand aber nicht: Nur 31 von 77 anwesenden Stadtverordneten waren für eine Wiederwahl, die Nockes CDU beantragt hatte.

Die Abstimmung wurde auf Antrag der Linken geheim durchgeführt, wer über die 18-köpfige CDU-Fraktion hinaus für die Verlängerung von Nockes Amtszeit votiert hat, bleibt damit unklar. Bereits im Vorfeld war fraglich, ob die Christdemokraten eine Mehrheit für ihren Kandidaten würden organisieren können.

Oberbürgermeisterin Miriam Scherff dankte Nocke, der im Wahlkampf ihr Gegenkandidat war, für seine Leistungen im Amt und speziell für die Bemühungen um das Pina-Bausch-Zentrum. Um eine würdige Verabschiedung will sie sich jetzt kümmern.

Eigentlich sollte die Wahl bereits am 15. Dezember 2025 stattfinden. Sie wurde aber seinerzeit auf Antrag der CDU zunächst von der Tagesordnung genommen – weil schon damals eine Wiederwahl nicht gesichert erschien.

Offen ist, wie sich die jetzige Entscheidung nun auf das Binnenverhältnis zwischen SPD und CDU auswirkt. Im Dezember hatten beide eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der aktuellen Ratsperiode zusammenzuarbeiten – womit keine Koalition gemeint ist, sondern ehe eine themenbezogene Übereinstimmung.

Eigentlich hätten die Stimmen von SPD und CDU für Nocke gereicht. Die Sozialdemokraten verfügen über 24 Sitze, die Christdemokraten über 18 – insgesamt also 42. Fest steht damit, dass es – wie im Vorfeld bereits vermutet – entsprechende Abweichlerinnen beziehungsweise Abweichler gab.

Im Rat könnte die SPD auch theoretisch mit Grünen (9) und Linken (7) zusammenarbeiten, bräuchte dann aber neben einer absoluten Geschlossenheit auch anderweitige Stimmen. Beispielsweise von den Freien Demokraten oder vom Bündnis Sarah Wagenknecht. Das wäre – so oder so – eine wacklige Konstellation.