Rundschau-Leser Achim Otto ist einer von vielen Betroffenen: Seit seinem Umzug am 15. Dezember versucht er vergeblich, sich umzumelden, bekam aber bis heute weder im Online-Reservierungssystem noch telefonisch über das Service-Center einen Termin.
Man riet ihm nur, morgens um 7 Uhr nach neu eingestellten Terminen zu schauen. Das blieb bis heute erfolglos. Die vorgeschriebene 14-Tage-Frist für die Ummeldung, deren Überschreitung mit einem Bußgeld belegt werden kann, ist derweil längst abgelaufen ...
Die Ursache der Probleme erklärt Stadtdirektor Matthias Nocke, in dessen Zuständigkeit das Amt fällt – und er tut das mit erheblichen „Bauchschmerzen“. Denn: Die wichtige Anlaufstelle für Bürger in Sachen Ausweise und Meldeangelegenheiten kämpft wieder mit akutem Personalmangel. Der schien seit einer Neuaufstellung und Aufstockung des Amtes vor vier Jahren überwunden, zwischenzeitlich belegte man im überregionalen Leistungsvergleich sogar Spitzenplätze.
Jetzt gibt es den Rückfall. Nocke legt dazu die Statistik des Jahres 2025 vor: Sie zeigt ein Soll von 51,7 Mitarbeitern, um knapp 330.000 Fälle zu bearbeiten. Tatsächlich vorhanden waren im Schnitt aber nur 37,8. Von der daraus resultierenden Bugwelle werde man jetzt überrollt.
„Die Mitarbeiter machen einen Super-Job, es liegt auch nicht am Krankenstand. Wir haben vielmehr wieder ein strukturelles Problem“, betont Nocke. Es resultiere aus der Tatsache, dass der Abfluss von Kräften aus dem Meldeamt in andere Verwaltungsbereiche höher ist als der Zufluss. Ursache dafür: Nach nur zwei Jahren können sich extern rekrutierte Beschäftigte auf andere Stellen bei der Stadt bewerben – und die sind oft attraktiver, wenn sie im Gegensatz zum Meldeamt Homeoffice ermöglichen und besser bezahlt werden.
Nockes ernüchternde Feststellung: „Wir sind wieder da, wo wir vor fünf Jahren waren.“ Er hofft jetzt auf ein Vorschlagspapier der Amtsleitung und eine Genehmigung dafür, kurzfristig Pensionäre aktivieren zu können. Langfristig hält er es für dringend nötig, die Zwei-Jahres-Frist zu verlängern.
Bis dahin muss der Mangel verwaltet werden. Unter anderem dadurch, dass Termine online nur noch 14 Tage im Voraus angezeigt werden. Normalerweise waren es vier Wochen ...