Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium Mutboxen für das Frauenhaus

Wuppertal · Mit viel Herz, Farbe und einer klaren Botschaft haben Schülerinnen des Wuppertaler Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums in der Aula am Johannisberg ein besonderes Projekt vorgestellt – sogenannte „Mutboxen“, die an das Wuppertaler Frauenhaus übergeben wurden.

Von links: Jill Arras-Engelke, Nadine Benstein, Clara Schmidt-Ott, Frida Hahn, Bettina Tyndale und Katrin Linthorst.

Foto: Vanessa Ambrosius

Entwickelt und umgesetzt wurde die Aktion von Clara Schmidt-Ott und Frida Hahn aus der Klasse 8c – im Rahmen der „Freiday-AG“.

Drei Stunden pro Woche beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 8 dort mit gesellschaftlichen und nachhaltigen Fragestellungen. Dabei entscheiden sie selbst, welches Thema sie bewegt – und diesmal lag der Schwerpunkt auf Gerechtigkeit für Frauen. Unterstützt wurden die beiden Achtklässlerinnen von ihren Lehrerinnen Nadine Benstein und Jill Arras-Engelke. Planung, Finanzierung und Umsetzung übernahmen die Schülerinnen eigenständig.

Die Boxen wurden mit vielLiebe gestaltet.

Foto: Vanessa Ambrosius

Die liebevoll gestalteten „Mutboxen“ enthalten praktische Dinge wie Hygieneartikel, aber auch viele persönliche und selbst gebastelte Aufmerksamkeiten wie bemalte Haarbürsten, Armbänder, Glückssteine, kleine Notizzettel mit ermutigenden Worten und sogenannte „Mutkarten“ mit Botschaften wie „Du bist die Heldin deiner eigenen Geschichte“. Auch äußerlich sind die Boxen bunt und individuell dekoriert. Für die Kinder im Frauenhaus wurden zusätzlich Teddybären gekauft, jeder mit einer eigenen kleinen Geschichte.

Finanziert wurde das Projekt über das NRW-Programm „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“, aus dem die Schülerinnen eine Förderung in Höhe von 1.000 Euro erhielten. Davon kauften sie Materialien und Bastelutensilien für eine große gemeinsame Kreativaktion.

Zu Gast bei der Präsentation waren unter anderem Bettina Tyndale vom Frauenhaus Wuppertal sowie Katrin Linthorst, Dezernentin für Nachhaltigkeit der Stadt Wuppertal. In einem anschließenden Gespräch betonten beide, wie wichtig solche Initiativen sind. Nachhaltigkeit bedeute nicht nur Umwelt- und Klimaschutz, sondern auch sozialer Zusammenhalt, Menschenwürde und das Engagement füreinander. Gerade bei häuslicher Gewalt, von der statistisch jede vierte Frau betroffen ist, sei es entscheidend, das Thema aus der Tabuzone zu holen.

Das Frauenhaus Wuppertal, getragen vom Verein „Frauen helfen Frauen“, bietet Frauen und ihren Kindern rund um die Uhr Schutz vor häuslicher Gewalt. Neben Unterkunft und Beratung setzt sich der Verein für Aufklärung, Enttabuisierung und Ermutigung ein. Die Adresse der Einrichtung ist aus Sicherheitsgründen geheim, Hilfe ist jedoch jederzeit telefonisch erreichbar.

Zum Abschluss der Veranstaltung übergaben die Schülerinnen die „Mutboxen“ offiziell an das Frauenhaus. Sie zeigen: Niemand ist allein.