Oberbürgermeisterin Miriam Scherff hat angekündigt, die Summe in den Haushaltsentwurf 2026/27 einzustellen. Sehr zur Freude von Wilfried Michaelis, dem Präsidenten des Carneval Comitees Wuppertal (CCW): „Wir waren sehr überrascht. Damit können wir nun in eine ernsthafte Planung einsteigen.“ Benötigt wird das Geld unter anderem für die vorgeschriebenen Absperrungen inklusive Parkverbote sowie für die Absicherung der Wagen.
Die SPD-Ratsfraktion begrüßt die Initiative von Scherff: „Der Rosensonntagszug ist ein wichtiges Stück Wuppertaler Stadt- und Karnevalskultur, das Menschen unterschiedlicher Generationen und Stadtteile zusammenbringt. Nach den schwierigen Jahren ohne Zug ist es ein starkes Signal, diese Tradition wieder aufleben zu lassen und das ehrenamtliche Engagement der Karnevalsvereine zu unterstützen.“ (Bilder)
Proklamation des Jugendprinzenpaares 2025/26
Man werde „die geplante Haushaltsposition deshalb unterstützen. Eine lebendige Stadt braucht solche Feste des Zusammenhalts – auch das wollen wir mit dieser Entscheidung zeigen.“
Das sieht auch die CDU so: „Unsere Intention ist es, das große ehrenamtliche Engagement des Carneval Comitees Wuppertal zu würdigen und einen verlässlichen Rahmen für die Organisation und Durchführung des Rosensonntagszugs zu schaffen. Der Karneval ist ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in unserer Stadt und trägt maßgeblich zur Identifikation, Gemeinschaft und Attraktivität Wuppertals bei.“
Daher sei „ein Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro angemessen. Er soll einen gezielten Beitrag leisten, um den Rosensonntagszug organisatorisch und finanziell abzusichern, ohne das Ehrenamt zu überfordern.“
Nach Angaben von Michaelis beginnen nach der laufenden Session die Gespräche mit der Verwaltung und den Wuppertaler Karnevalsgesellschaften. Aus dem Rathaus werden zunächst Informationen benötigt, ob Auflagen im Rahmen des Sicherheitskonzeptes hinzugekommen sind. „Ein Beispiel: Bisher haben wir die Wagen mit Ehrenamtlichen abgesichert. Reicht das nicht mehr aus, wären Schulungen notwendig oder Kräfte etwa aus Düsseldorf. Das würde zusätzlich kosten.“ Erst nach dem Gespräch könne ein konkreter Voranschlag angefertigt werden.
Gleichzeitig müssen auch die Karnevalsgesellschaften zustimmen. Michaelis: „Sie haben ja hohe Ausgaben beispielsweise durch Prunkwagen, Kostüme und Wurfmaterial. Aber ganz klar: Wir möchten den Zug auf jeden Fall wieder starten.“ Gelingt das, würde die derzeitige Open-air-Party vor dem Rathaus (Michaelis: „Sie wird erfreulich gut angenommen“) am Rosensonntag entfallen. „Ein Traum wäre natürlich, wenn wir sie stattdessen auf Weiberfastnacht legen könnten. Aber dazu bräuchten wir weitere Sponsoren.“ Grundsätzlich, so der CCW-Präsident, lade er alle ein, sich zu beteiligen: „Warum soll nicht etwa das Sinfonieorchester, das ja immer das traditionelle Rosenmontagskonzert hat, nicht auf einem Wagen entsprechend aufspielen? Wichtig ist, dass alle Spaß haben.“
Zuletzt war der Rosensonntagszug im Jahr 2019 unterwegs. 2020 stoppten ihn heftige Windböen kurz vor dem Start, 2021 und 2022 die Corona-Pandemie. Seit 2023 fehlen die Gelder.