Fußball-Regionalliga WSV: Die „Nicht-Leistung“ und der Schaum vorm Mund

Wuppertal · Der Frust saß tief beim Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV nach der 0:4-Pleite beim SC Wiedenbrück. Im Heimspiel am Samstag (7. März 2026) gegen die U21 des SC Paderborn (14 Uhr, Stadion am Zoo) ist der Druck umso größer.

WSV-Trainer Mike Wunderlich.

Foto: Dirk Freund

So ein Auftritt dürfe sich nicht wiederholen, hatte Trainer Mike Wunderlich nach dem 1:5 auf Schalke gefordert. In der Tat wurde es beim spektakulären 1:0 in Unterzahl gegen Kölns U21 deutlich besser. Es folgte jedoch das verheerende 0:4 im Schlüsselspiel beim direkten Konkurrenten SC Wiedenbrück. Damit setzten sich die Berg- und Talfahrt sowie die fehlende Konstanz fort. Wobei der WSV im Gegensatz zur Hinserie momentan daheim besser unterwegs ist als auf fremden Plätzen.

War die Niederlage in Gelsenkirchen vielleicht noch damit zu erklären, dass dort zahlreiche talentierte Jungprofis mit großen Ambitionen gegenüberstanden, handelte sich in Wiedenbrück um eine „Konkurrenten auf gleicher Höhe“, wie es Sportchef Gaetano Manno formulierte. Der SCW habe den Abstiegskampf in der Regionalliga „gelebt“, wohingegen die Rot-Blauen „nicht auf dem Platz“ gewesen seien. Und das, obwohl man die gesamte Woche darauf hingewiesen und sich entsprechend vorbereitet habe. „Unsere Spieler hatten Schaum vorm Mund“, lobte Wiedenbrücks Coach Sascha Mölders. Der WSV nicht.

Bilder: WSV-Klatsche im Kellerduell in Wiedenbrück
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WSV-Klatsche in Wiedenbrück

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Foto: Stefan Rittershaus

Mittelfeldspieler Nicolas Hirschberger: „Das 0:1 kann passieren, aber die Reaktion danach ist sehr, sehr wichtig, gerade in der Situation, in der wir sind. Da waren wir zu wild und zu kopflos. Das zweite Tor ist zu schnell gefallen.“ In der Tat sei man „fokussiert angereist, jeder wusste, was zu tun ist“. Umgesetzt wurde es nicht.

Nun müsse man „noch enger zusammenstehen und die individuellen Fehler abstellen“. Hirschberger: „Wir haben uns bei den Fans entschuldigt. Und sie haben uns noch mal gepusht, obwohl wir diese Nicht-Leistung gebracht haben. Wir müssen wieder eklig sein wie gegen Köln und für den Verein alles geben.“

Ausgerechnet jetzt kommt mit Paderborn eine Zweitvertretung, bei der der WSV im Hinspiel mit 1:6 unter die Räder gekommen war. Allerdings hatte der Gastgeber seinerzeit den Kader mit Akteuren von oben deutlich verstärkt. Ob das auch am Samstag passiert, ist offen.

Dennoch muss sich das Team von Mike Wunderlich, der in Wiedenbrück klare Worte fand, erneut deutlich steigern, um auf einem Nichtabstiegsplatz zu bleiben. Zumal am Mittwoch weitere Punkte nach Velbert und/oder Bochum gehen und auch Wiedenbrück im Nachholspiel gegen Köln II neuerliche Zähler holen kann. Und Sonntag stehen sich Bochum und Wiedenbrück gegenüber. Immerhin hat beim WSV Stürmer Jose Santo seine Gelb-Rot-Sperre abgessen.

Manno: „So kann es auch nicht weitergehen. Wir müssen es gegen Paderborn wiedergutmachen und eine Reaktion zeigen. Dass es ein Marathon wird, war klar. Wir haben es noch selber in der Hand, am Ende über dem Strich zu stehen.“ Die Zahl der ausstehenden Partien wird aber immer kleiner. Nun sind es nur noch elf.