Da der BHC vergangene Woche mit 32:26 beim HC Erlangen gewann, ist der Klassenerhalt. Emotionaler Höhepunkt ist deshalb voraussichtlich die Verabschiedung von sieben Akteuren nach dem Schlusspfiff.
„Wir wollen die Saison mit dem bestmöglichen Ergebnis beenden“, lässt Markus Pütz keine Zweifel aufkommen. „22 Punkte sind das Ziel – das wäre ein tolles Ergebnis und ein schöner Abschluss für alle, die uns verlassen. Wir gehen voll auf Sieg.“ So sieht es auch Arnor Gunnarsson, der den BHC in der geteilten Cheftrainerrolle mit Pütz zum Klassenerhalt geführt hat. „Wir möchten den Leuten zeigen, dass wir gewinnen wollen und mit einem guten Gefühl in die Sommerpause gehen.“
Das große Saisonziel Klassenerhalt ist bereits aus eigener Kraft erreicht. Ohne den Sieg von Erlangen müssten die Bergischen am Sonntag noch zittern, weil GWD Minden am Mittwoch tatsächlich den THW Kiel geschlagen hat. Durch die Wetzlarer Niederlage in Hamburg am Donnerstag ergibt sich nun ein spannendes Fernduell um den Klassenerhalt. Minden muss beim bereits abgeschlagenen SC DHfK Leipzig ran, die HSG Wetzlar empfängt den Deutschen Meister SC Magdeburg. Vor dem Finale sind beide Teams punktgleich (17), die Tordifferenz spricht für Wetzlar.
Der BHC, der nun in der European League starten darf, kann derweil durch die Eisenacher Niederlage in Flensburg am Sonntag sogar noch 13. werden. Neben einem eigenen Erfolg wäre dafür eine Heimniederlage der Thüringer gegen den HSV Hamburg nötig. „Wenn wir 13. werden, freuen wir uns umso mehr, aber das liegt ja nicht in unserer Hand“, meint Pütz.
Gegen Göppingen sind die Löwen gewarnt. Bis zur 32:33-Niederlage gegen Stuttgart am Mittwoch haben die Schwaben eine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage hingelegt. „Trainer Ben Matschke hat eine tolle, junge Mannschaft entwickelt, die taktisch variabel agiert und sich den Erfolg verdient hat“, betont Pütz.
Der BHC tritt mit Ausnahme der Langzeitverletzten – Nico Schöttle, Yannick Fraatz und Elias Scholtes – komplett an. Johannes Wasielewski ist nach seiner Sperre wieder dabei, und Belal Massoud ist nach überstandener Krankheit wieder ins Training eingestiegen.
Für sieben Spieler wird es der letzte Auftritt im BHC-Trikot sein. „Es ist traurig, dass der gemeinsame Weg nicht weitergeht“, sagen die BHC-Trainer. „Aber wir sind dankbar für die Zeit, die wir mit ihnen hatten.“ Die Handballer werden nach dem Spiel auf dem Feld verabschiedet.
Noah Beyer (seit 2022 beim BHC): Der Linksaußen kam vom TuSEM Essen und entwickelte sich schnell zum Leistungsträger auf seiner Position. Höhepunkt war ohne Zweifel die aktuelle Saison. Oft war er es, der in der entscheidenden Phase die Nerven behielt und wichtige Tore im Abstiegskampf erzielte. Durch seinen Siebenmeter im Halbfinale des DHB-Pokals gegen den SC Magdeburg feierte der BHC den größten Erfolg seiner Historie. Für den BHC erzielte Beyer in 138 Pflichtspielen – also inklusive Pokal – 681 Tore, 304 davon per Siebenmeter.
Elias Scholtes (seit 2023 beim BHC): Mit damals 19 Jahren wechselte der Rückraum-Linkshänder im Februar 2023 von den Rhein-Neckar Löwen zum BHC und war von Anfang an eine Hilfe. Im Sommer wurde er U21-Weltmeister. Scholtes wurde während seiner Zeit beim BHC von ein paar Verletzungen zurückgeworfen, zeigte gesund aber immer seine Qualitäten. Die BHC-Bilanz: 72 Spiele, 181 Tore.
Eloy Morante Maldonado (seit 2023 beim BHC): Der Spielmacher absolvierte in der 2. Bundesliga 2024/25 eine Fabel-Saison für die Löwen. Er ging in Richtung Wiederaufstieg voran, wurde mit 229 Treffern, davon 29 per Siebenmeter, Torschützenkönig und außerdem zum wertvollsten Spieler der Saison gewählt. Für den BHC trat Morante, der vom TuSEM Essen kam, 97 Mal in Pflichtspielen an, erzielte dabei 416 Treffer und lieferte 185 Assists.
Aron Seesing (seit 2023 beim BHC): Der Kreisläufer kam von Bayer Dormagen und entwickelte sich rasant beim BHC. Schnell war er ein Faktor im Innenblock und auch im Angriff eine Bank. 2025 gab er sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. In 96 Pflichtspielen traf Aron Seesing 298-mal für die Löwen.
Lukas Diedrich (seit 2024 beim BHC): Der Torhüter kam als etablierter Zweitliga-Torhüter vom TuSEM Essen zum BHC. In seinen zwei Saisons bildete er ein erfolgreiches Duo mit Christopher Rudeck und hatte einige Highlight-Spiele: Absolut unvergessen bleibt seine Performance im Achtelfinale des DHB-Pokals gegen Hannover, das der BHC mit 40:38 nach zwei Verlängerungen für sich entschied. Insgesamt 214 Paraden sammelte Diedrich in Diensten des BHC.
Joshua Thiele (seit 2024 beim BHC): Der Kreisläufer kam vor zwei Jahren vom 1. VfL Potsdam. Er war immer da, wenn er gebraucht wurde, und sprang auch in dieser Saison ein, wenn Not am Mann war. Eine Verletzung warf ihn vor gut einem Jahr zurück. Bei 33 Pflichtspielen stand Joshua Thiele im Kader und erzielte sieben Tore.
Kim Voss-Fels (seit 2026 beim BHC): Aufgrund der Verletztenmisere auf den Linkshänder-Positionen holte der BHC im vorigen Winter Kim Voss-Fels von Zweitligist Eintracht Hagen an die Wupper. Der Rückraumspieler erfüllte sich mit dem Wechsel einen Traum: Er feierte mit 28 Jahren sein Debüt in der 1. Bundesliga und war beim Final Four dabei. Voss-Fels hat den Löwen geholfen: 16 Spiele, 23 Tore, fünf Assists.
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