Bürgerentscheid am 19.April Drei hohe Hürden bis Olympia auch in Wuppertal

Wuppertal · Wuppertal möchte Teil der olympischen Bewegung werden – mit seiner Schwimmoper und dem Stadion am Zoo. Bis es dazu wirklich kommt, muss viel gelingen. Als Erstes der Ratsbürgerentscheid am 19. April.

Sportamtsleiterin Alexandra Szlagowski und UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin während der EM 2024 im Stadion am Zoo.

Foto: Dirk Freund

Den hatte der Stadtrat im Dezember 2025 mit breiter Mehrheit beschlossen. In knapp zwei Monaten werden deshalb alle wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger gefragt: „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Wuppertal an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele beteiligt, die entweder im Jahr 2036, im Jahr 2040 oder im Jahr 2044 stattfinden sollen?“

Damit der Entscheid gültig ist, müssen mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung teilnehmen. Es zählt dann die einfache Mehrheit, gewählt wird per Brief. Das Ergebnis – egal ob ja oder nein – ist bindend. Der Ratsbürgerentscheid kostet rund 400.000 Euro. Wuppertal trägt davon etwa 60.000 Euro, den Rest das Land Nordrhein-Westfalen.

Setzen sich die Olympia-Befürworterinnen und -Befürworter durch, gehört die bergische Metropole offiziell zum Kreis von maximal 17 NRW-Städten (mit Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim, Oberhausen, Pulheim und Recklinghausen), die sich für die Bewerbung „KölnRheinRuhr“ zusammengeschlossen haben. Hinzu kommen Kiel (Segeln und Freiwasserschwimmen) und Markkleeberg in Sachsen (mit seiner Wildwasseranlage für die Kanuslalom-Wettbewerbe).

Szene von der Kurzbahn-DM in der Schwimmoper.

Foto: Dirk Freund

Oberbürgermeisterin Miriam Scherff geht zwar davon aus, dass die Schwimmoper (die rund 1.600 Sitzplätze bietet und auf deren 25-Meter-Bahnen regelmäßig die Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften stattfinden, die aber auch Wasserball-tauglich ist) und das rund 21.000 Fans fassende Zoo-Stadion „eher für Trainings und Vorrundenspiele in Frage kommen“. Trotzdem will die Stadt viele Fans sowie Touristinnen und Touristen anlocken – so wie vor zwei Jahren, als sich die slowenische Fußball-Nationalmannschaft im Zoo-Stadion auf ihre Spiele bei der EM 2024 in Deutschland vorbereitete. Im Vorfeld waren der bis dato holperige Rasen und die seit Langem defekte Drainage erneuert worden. Und auch diesmal würde die Stadt neben der öffentlichen Aufmerksamkeit auf Fördergelder setzen.

Mit einem größeren finanziellen Aufwand rechnet sie nicht. „Die Kosten für die Durchführung der Spiele (das Durchführungsbudget) werden vollständig über Einnahmen durch TV-Rechte, Werbung und IOC-Zuschüsse abgedeckt. Öffentliches Geld würde nur für Sicherheit und medizinische Versorgung eingesetzt“, heißt es aus der Verwaltung, die auch auf positive Effekte für Nachwuchssportlerinnen und -sportler setzt. In der Hoffnung, künftig wieder Aktive aus dem Tal zu den Spielen zu schicken – wie einst beispielsweise Simone Osygus, Peter Nocke, Christian vom Lehn (alle Schwimmen), Sandra Farmand (Snowboard) und Holger Fach (Fußball), um nur einige zu nennen.

Der Ratsbürgerentscheid ist derweil nur der erste Schritt auf dem Weg zu „Olympia im Bergischen“. Anschließend muss sich die Initiative „KölnRheinRuhr“ auf nationaler Ebene gegen drei Mitbewerber durchsetzen. Auch Hamburg, Berlin und München haben längst ihren Hut in den Ring geworfen. Die finale Entscheidung, mit wem sich Deutschland bewirbt, trifft der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf einer Mitgliederversammlung am 26. September.

Letztlich bestimmt aber ohnehin erst das Internationale Olympische Komitee (IOC), in welchem Land die Sommer-Spiele 2036, 2040 und 2044 stattfinden. Wann das IOC sich festlegt, das ist momentan noch offen. Und so konzentriert sich Wuppertal zunächst auf die erste Hürde, um sie nicht zu reißen und direkt auszuscheiden.