Handball-Bundesliga: Sonntag gegen Göppingen BHC beendet die turbulente und erfolgreiche Spielzeit

Wuppertal · Der Handball-Bundesligist Bergischer HC verabschiedet sich am Sonntag (7. Juni 2026) ab 15 Uhr in der Uni-Halle gegen Frisch Auf! Göppingen aus einer gelungenen Saison.

Erfolgreiches Quartett (von li.): die Trainer Arnor Gunnarsson und Markus Pütz, Torwart Christopher Rudeck und der Sportliche Leiter Fabian Gutbrod.

Foto: Dirk Freund

Jörg Föste war bestens gelaunt. Und das tat der BHC-Geschäftsführer bei der Saisonabschluss-Pressekonferenz dann auch kund: „Ich habe noch nie so gerne für diesen Verein gearbeitet wie in dieser Saison. Es war eine großartige Teamleistung. Wir haben einen außerordentlichen Erfolg feiern dürfen.“

Damit meinte Föste zum einen den Klassenerhalt, der nach einem holperigen Start zwei Spieltage vor Saisonende ebenso souverän wie verdient eingefahren wurde, aber auch die Teilnahme am Finale um den DHB-Pokal. Als Silbermedaillen-Gewinner ist der BHC in der European League startberechtigt, da Pokalsieger Füchse Berlin sich für die Champions League qualifiziert.

Einmal in Schwung, blickte Föste auf zwei Jahrzehnte BHC zurück: „Vor 20 Jahren, 2006, war die Situation ausweglos. Wir haben uns damals am 18. April getroffen, die Vertreter der SG Solingen und des LTV Wuppertal. Die SG hatte mit Ach und Krach die Liga gehalten, der LTV war aus der 2. Liga abgestiegen. Am 26. April haben wir die Fusion beschlossen. Beide haben alles hereingeschmissen. Am 19. Juli ist daraus der BHC geworden – mit 17 Jahren Bundesliga. Das hätte damals niemand geglaubt.“

Zumal der BHC auch weiter Probleme zu bewältigen hatte und hat. Immerhin ist die kostspielige juristische Auseinandersetzung mit Ex-Trainer Jamal Naji beendet. Klar ist auch der Umzug ins neue Trainingszentrum in Radevormwald (Oberbergischer Kreis), nachdem mit dem Betreiber des bisherigen in Solingen keine Einigung erzielt und auch in Wuppertal kein entsprechendes Domizil gefunden wurde.

Und mit Blick auf das Projekt Bergische Mehrzweckarena, das erstmals 2014 (!) vorgestellt wurde, gibt es weiter Planungs- und Diskussionsbedarf. Deshalb wird auch 2026/27 in Düsseldorf und Wuppertal gespielt. Aber, so Föste: „Diese Region ist eine für Spitzensport. Wir versuchen uns zu behaupten auch mit den Strukturen.“

Im Vordergrund steht zurzeit zweifelsohne das Sportliche. Schließlich steht dem BHC ein Umbruch bevor. Noah Beyer (HSV Hamburg), Eloy Morante Maldonado (HC Erlangen), Aron Seesing (Rhein-Neckar Löwen), Kim Voss-Fels (SG Menden Sauerland Wölfe), Lukas Diedrich (TuSEM Essen), Joshua Thiele (TuS Vinnhorst) und Elias Scholtes gehen. Neuzugänge sind bislang Jannik Schrader (VfL Bad Schwartau), Tom Bergner (GWD Minden) und Gabriel da Rocha Viana (TuS Ferndorf).

„Dass einige den Verein verlassen, mit denen ich mich auch privat gut verstehe, macht ein bisschen wehmütig. Aber wir haben auch nach dem Abstieg eine neue Gruppe aufgebaut – und sind ins Pokalfinale gekommen“, sagt Torwart Christopher Rudeck, einer der großen Rückhalte der Saison.

Der Sportliche Leiter Fabian Gutbrod: „Wir haben nahe am Optimum agiert in einer komplizierten Liga mit einem schwierigen Abstiegskampf. Wir haben es in den entscheidenden Spielen auf den Punkt gebracht.“ Geschäftsführer Philipp Tychy: „Wir möchten uns bei den Partnern bedanken, bei den Ehrenamtlichen. Eben allen, die daran mitarbeiten. Die Planung läuft, die Gespräche finden seit Langem statt. Wir wollen es vorantreiben.“