Fußball-Regionalliga WSV: Steigerung, Zuversicht – und ein großes Problem

Wuppertal · Wie ist es einzuordnen, das 2:2-Unentschieden des Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV gegen die U23 von Borussia Dortmund? Einerseits präsentierte sich die Mannschaft deutlich stärker. Aber die Konkurrenz holt auf.

Trainer Mike Wunderlich mit Neuzugang Cenk Durgun.

Foto: Dirk Freund

Keine Frage: Der Auftritt gegen die Jungprofis des BVB vor lediglich 1.973 Fans (darunter 310 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre mit freiem Eintritt) war eine deutliche Steigerung, auch dank der Neuzugänge. Allen voran Cenk Durgun, der im Mittelfeld unermüdlich unterwegs war und keinen Zweikampf scheute. Und das, obwohl der 33-Jährige sein bis dato letztes Pflichtspiel am 9. November bestritten hatte, damals noch für den Mittelrheinligisten Eintracht Hohkeppel. Durgun war aber sofort in der Partie.

„Er bringt Mentalität mit, ist ein Krieger, macht Wege nach auch nach vorne. Er hat ein extrem gutes Spiel gemacht“, lobte Trainer Mike Wunderlich. Auch Stürmer Josue Santo erfüllte die Erwartungen und sorgte für Betrieb im BVB-Strafraum. Noah Heim wurde in der Schlussphase eingewechselt. (Bilder)

Bilder: Das WSV-Spiel gegen den die Dortmunder U23
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Das WSV-Spiel gegen den BVB U23

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Dass Dortmund Trainer Daniel Rios („Wir hatten keine Kontrolle und waren heute nicht gut“) unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams war, ist im Umkehrschluss als Lob für die Leistung des WSV zu verstehen. Am Ende sprang für die Rot-Blauen aber trotzdem nur ein Punkt heraus, weil gerade beim 1:1-Ausgleich nicht intensiv genug verteidigt wurde. „Das 1:2 war nicht unhaltbar“, kritisierte der Coach.

Und so verpasste der WSV den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Mehr noch: Die Konkurrenz punktet. Bonn (23 Punkte) gewann am 19. Spieltag in Gladbach 2:1, Mitkonkurrent Fortuna Düsseldorf U23 nun in Bocholt 3:0 und hat jetzt 21 Punkte. Auch die U23 des VfL Bochum (16 Punkte nach dem 2:0 gegen Rödinghausen/18) ist wieder dran.

Vereine, die wie Paderborn zur Not auch auf Akteure von oben zurückgreifen können. Dass diesmal Clubs vorzeitig aus finanziellen Gründen die Segel streichen, ist im Gegensatz zur vergangenen Saison unwahrscheinlich. „Wir bleiben dabei, dass wir nur auf uns schauen und versuchen, nach dem 34. Spieltag über dem Strich zu stehen“, so der Sportliche Leiter Gaetano Manno.

Umso mehr gilt es für den WSV, in kürzester Zeit dreifach zu punkten. In diesem Monat ist das noch bei der starken U23 des FC Schalke 04, gegen die U21 des 1. FC Köln und vor allem beim SC Wiedenbrück möglich. Spätestens im März (gegen Paderborn, in Siegen, Nachholspiel in Rödinghausen und gegen Lotte) wird sich zeigen, ob der neuerliche personelle Umbruch im Winter von Erfolg gekrönt ist oder sich die siebzehntgrößte deutsche Großstadt Richtung bedeutungslose Liga fünf orientieren muss.

„Wir können mit dieser Leistung jeder Mannschaft wehtun“, sagte Chefcoach Mike Wunderlich nach dem Abpfiff am Samstag im Stadion am Zoo. In dem Wissen, dass der Leistungssteigerung nun auch Siege folgen müssen.