Überrascht hat mich in diesem Zusammenhang die Einschätzung von Frank Elstner, der die einst erfolgreichste Fernsehshow Europas vor 45 Jahren erfunden hat. Er findet die Wahl gut und schätze an den Zwillingen, dass sie trotz ihrer Weltkarriere so natürlich geblieben seien.
Ich persönlich habe die beiden TV- und Social-Media-Landplagen nicht als natürlich, sondern eher als überkandidelte Heiopeis wahrgenommen. Und dabei bin ich noch deutlich jünger als Frank Elstner. Für die Premierensendung habe ich beim ZDF jedenfalls schon mal eine Wette eingereicht: „Wetten, dass das keinen gippt ...“
Zum Glück haben wir noch etwas Karenzzeit, um uns psychisch auf die Premierensendung vorzubereiten. Sie findet erst im Dezember statt und wird dann live aus Halle an der Saale übertragen. Die Kaulitz-Zwillinge haben in diesem Zusammenhang bereits öffentlich verlauten lassen, dass sie mit dem Luxus-Level des Hotelangebots in der ostdeutschen Stadt sehr unzufrieden sind. So viel zum Thema „natürlich geblieben ...“
Wo ich das gerade schreibe, fällt mir auf, dass ich vorhin das schöne Wort Heiopei benutzt habe. Wo kommt das eigentlich her? Weil es meiner Beobachtung nach immer mehr Heiopeis gibt, wäre es ja mal ganz interessant, das zu wissen. Während die Bedeutung absolut eindeutig ist, liegt die Herkunft völlig im Dunkeln. Auch serlöse Etymologie-Quellen können da nicht weiterhelfen. Heiopei steht im Gegensatz zu seinem nahen Verwandten Flitzpiepe auch gar nicht im Duden. Vielleicht ändert sich das, wenn jetzt Heiopeis sogar Deutschlands berühmteste TV-Show ruinieren.
Apropos Heiopeis: Viele Leute glauben ja, dass es auch in der viel diskutierten Generation Z reichlich davon gibt. Darauf deutete auch die Studie eines Online-Autohandels hin, laut der 62 Prozent der 18- bis 24-jährigen Nachwuchs-Autofahrer Angst vor dem Tanken haben. Sie leiden demnach unter Versagensängsten, weil sie nicht sicher sind, ob sie nah genug an die Zapfsäule heranfahren, den richtigen Kraftstoff auswählen oder die Zapfpistole richtig bedienen können. Weil sie das Tanken daher möglichst lange hinauszögern, sei auch jeder Vierte schon mal liegen geblieben ...
Ich habe neuerdings auch große Angst vor dem Tanken. Aber wenigstens aus nachvollziehbaren Gründen, womit wir wieder bei der bestürzenden weltweiten Lage sind. Im Hinblick darauf wäre ich sehr froh, wenn im Dezember „Wetten dass ...“ wirklich unser größtes Problem ist.
Bis die Tage!