Nach Toreschluss - die Wochenendsatire FIFA, UNO, DFB – oh je ...

Wuppertal · Sicher haben Sie auch gehört, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft diese Woche in einem Airbus mit dem Namen „Wuppertal“ zur WM in die USA geflogen ist.

Zum Glück kein Airsatzbus: der A350 „Wuppertal“.

Foto: Lufthansa

Die Maschine hatte erwartungsgemäß 52 Minuten Verspätung, weil es ja grundsätzlich Anlaufschwierigkeiten gibt, wenn Wuppertal etwas Großes bewegen will. Das gilt nicht nur für Baustellen, sondern offensichtlich auch für den Transport von Nationalspielern. Bei der Pechsträhne, die Wuppertal aktuell in Sachen Fußball und öffentlichem Nahverkehr hat, muss man aber schon froh sein, dass der Airbus kein Airsatzbus war und immerhin am Ziel angekommen ist.

Nach der Landung wurde der DFB-Tross beim Bezug des Mannschaftshotels von rund zwei Dutzend Fans empfangen. Noch eine Parallele zu Wuppertal, weil das Zuschauer-Größenordnungen sind, an die sich auch der WSV bei Auswärtsspielen in der Oberliga gewöhnen muss.

Roderich Trapp.

Foto: Wuppertaler Rundschau/Max Höllwarth

Um gut gerüstet zu sein für die größte WM aller Zeiten, an der außer Italien praktisch alle Mitgliedsverbände der FIFA teilnehmen, habe ich mich vorab ausführlich auf der Homepage des Weltverbandes, die auch auf Deutsch zur Verfügung steht, über den Ablauf informiert. Dort las ich folgenden bedeutenden Satz von FIFA-Präsident Gianni Infantino: „Die Fußball-Weltmeisterschaft ist ein weltweites Erlebnis, das mit der Eröffnungsfeier beginnt.“ Das sind überraschende Neuigkeiten für alle Menschen, die bisher möglicherweise davon ausgingen, dass die WM mit dem Finale anfängt.

Die erwähnte Eröffnungsfeier mit anschließendem Eröffnungsspiel findet übrigens am Donnerstag statt. Die Menschen vor Ort erwartet laut Homepage Folgendes: „Geboten werden verschiedenste Attraktionen wie exklusive Aktionen, Preise und Unterhaltung.“ Das ist natürlich etwas allgemein formuliert, aber der Hinweis auf exklusive Preise stimmt auf jeden Fall: Die Original-Tickets kosteten zwischen 370 und 1.825 Dollar.

Inzwischen müsste ich auf dem offiziellen Wiederverkaufsportal ungefähr den Jahresetat des WSV hinlegen, falls ich mir überlegen würde, noch kurzfristig dabei sein zu wollen. Da bin ich doch ganz froh, dass ich nächsten Donnerstag nicht kann, weil wir da Zeitung machen müssen.

Ich verpasse damit nicht nur den Auftritt von Gianni Infantino, der für die Eröffnungsfeier sicherlich vorübergehend seinen Wohnsitz im Enddarm von Donald Trump verlassen und nach Mexiko reisen wird, sondern auch die Auftritte einiger der laut FIFA „weltweit angesagtesten Musiker“, von denen ich leider noch nie gehört habe. Weil ich von den acht explizit aufgeführten angesagtesten Weltstars allerdings nur einen vielleicht kenne, wächst in mir Verdacht, dass entweder Wuppertal am Arsch der Welt liegt oder die FIFA uns verarscht, was ja für diese Organisation nicht ganz ungewöhnlich wäre.

Gratis gucken konnte man übrigens im Fernsehen das letzte Testspiel der deutschen Nationalmannschaft, die gegen die USA antritt. Ich war gespannt, wen Bundestrainer Julian Nagelsmann, dessen Kommunikationskünste sich mittlerweile denen von Bundeskanzler Friedrich Merz annähern, aufstellt. Es lief wieder auf Leroy Sanetagenichtzuerwarten raus. Er spielt zwar im DFB-Trikot meist pomadig (auch wenn er den Siegtreffer erzielte), ist aber laut BILD-Zeitung wichtig für das Teamgefüge, weil er UNO-Kartenspielrunden mit allen WM-Spielern organisiere, die für gute Stimmung sorgen.

UNO finde ich immerhin durchaus passend als Freizeitbeschäftigung für die DFB-Elf. Denn erstens kommt UNO aus den USA. Und zweitens sind da einige Nullen mit im Spiel – genau wie dank Nagelsmann auch in der Nationalmannschaft ...

Bis die Tage!