Kommentar zur Namenszusatz-Diskussion Wir sind Schwebebahnstadt!

Wuppertal · „2026 ist ganz Wuppertal Schwebebahn“ lautet der Slogan der Stadtwerke (WSW) zum 125. Jubiläum des Wahrzeichens. Das ist richtig und auch wieder nicht. Denn Wuppertal ist immer Schwebebahn.

Von li. Stefan Seitz, Jörn Koldehoff, Tomas Cabanis, Vanessa Ambrosius und Roderich Trapp.

Foto: Simone Bahrmann

Und deshalb ist es inzwischen fast absurd, dass SPD und CDU störrisch den identitätsstiftenden Namenszusatz „Schwebebahnstadt“ ablehnen. Wir haben es in der Rundschau im Januar kommentiert.

Hier noch einmal zur Erinnerung: „Wie man es macht, zeigt sich in der Nähe: Solingen ist als ,Klingenstadt‘ weltweit bekannt. Dass Wuppertal diesen Schritt bisher nicht gegangen ist, liegt einzig und allein an der internen Eitelkeit nach dem Motto ,Wir haben doch so viel mehr zu bieten!‘. Das ist wohl richtig, aber für den externen Blick unerheblich. Wegen der (ziemlich jungen) Bergischen Uni, des künftigen Pina-Bauschs-Zentrums, des Grünen Zoos und des Botanischen Gartens (haben andere Städte auch) kommen keine Touristinnen und Touristen in Massen. Und: Alles andere lässt sich wunderbar bewerben mit Slogans wie „Wuppertal – die Schwebebahn-Stadt, in der sich auch …“ Es geht um das Signal nach außen. Um das, was anzieht. So wie in Köln der Dom.

Egal wo wir als Redaktion die Frage stellen „Sind Sie für oder gegen den Namenszusatz“ – das Ergebnis ist ziemlich eindeutig und dafür. In einer (nicht repräsentativen) Umfrage auf der Rundschau-Homepage sind es 73 Prozent bei mehr als 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ebenfalls eine klare Sache.

„Ob man in Deutschland oder im Ausland erwähnt, man kommt aus Wuppertal, kommt sofort die Antwort: die Stadt mit der Schwebebahn. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand sagt: die Engels- oder Pina-Bausch-Stadt“, schrieb Wolfgang Koltonik in einem Leserbrief. So ist es.

Türgriff am Rathaus: Optimaler geht es kaum.

Foto: Achim Otto

Gottlob gibt es ein gutes Instrument, um unverständliche Entscheidungen des Rates zu kippen – das Bürgerbegehren, das zum großen Bürgerentscheid werden kann. Die SPD hat damit schon einmal einen herben Schiffbruch erlitten, Thema Buscaps. Es steht schon jetzt fest, dass ein Bürgerbegehren kommen wird, sollte der Rat mehrheitlich bei seinem Standpunkt bleiben.

Übrigens: Der von Verwaltungen gerne genutzte Kosten-Einwand (mit der notwendigen Gegenfinanzierung) zieht hier nicht. Ortseingangsschilder können erneuert werden, wenn sie alt oder defekt sind, das Briefpapier wird auf die neue Variante umgestellt, wenn es aufgebraucht ist und wieder bestellt werden muss. Und digital geht die Änderung eh schnell und ohne Finanzbelastung.

Die kommt erst, wenn tatsächlich ein Bürgerentscheid notwendig wird. Warum es SPD und CDU dazu kommen lassen könnten, bleibt weiterhin ihr Geheimnis. Keine Frage: Wir sind Schwebebahnstadt! Und das ganz offiziell.