Kommentar zum Jubiläum – und Marketing Wuppertal ist die Schwebebahn-Stadt!

Wuppertal · Keine Frage: Die Idee der Wuppertaler Stadtwerke, zum Auftakt des 125. Jubiläums der Schwebebahn einen der inzwischen historischen orange-blauen Züge (zumindest im Design) auf die Strecke zu schicken, war (und ist) großartig.

Die Retro-Schwebebahn mit dem genialen Wupperwurm.

Foto: Achim Otto

In den vergangenen Tagen wurde keine einzelne Schwebebahn öfter fotografiert. Die Reaktionen sind durchweg positiv. Nicht wenige wünschen sich, dass die orange-blaue Variante auch 2027 fährt. Wie der Kaiserwagen, der bald endlich wieder unterwegs ist.

Keine Frage ist auch: Die Identifikation der Wuppertalerinnen und Wuppertaler mit ihrem Wahrzeichen ist weiter hoch, trotz der Probleme, das einzigartige Verkehrsmittel, für das es keine Blaupause gibt, fit für die Zukunft zu machen. Das von den Stadtwerken geplante große Schwebebahn-Fest wird – da muss man kein Prophet sein – allein ob des Themas viele Gäste anlocken.

Umso unverständlicher ist es, dass die Stadt (damit ist nicht die Wuppertal Marketing GmbH gemeint, die ihr Bestes gibt) dieses Alleinstellungsmerkmal in der externen Außendarstellung so stiefmütterlich behandelt. Natürlich ist Wuppertal „die Schwebebahn-Stadt“! Und natürlich wäre es sinnvoll, sich selber so zu nennen. Auf dem offiziellen Briefpapier, auf Ortseingangsschildern, überall.

Wie man es macht, zeigt sich in der Nähe: Solingen ist als „Klingenstadt“ weltweit bekannt. Dass Wuppertal diesen Schritt bisher nicht gegangen ist, liegt einzig und allein an der internen Eitelkeit nach dem Motto „Wir haben doch so viel mehr zu bieten!“ Das ist wohl richtig, aber für den externen Blick unerheblich. Wegen der (ziemlich jungen) Bergischen Uni, des künftigen Pina-Bauschs-Zentrums, des Grünen Zoos und des Botanischen Gartens (haben andere Städte auch) kommen keine Touristinnen und Touristen in Massen. Und: Alles andere lässt sich wunderbar bewerben mit Slogans wie „Wuppertal – die Schwebebahn-Stadt, in der sich auch …“

Auf großes nationales und internationales Interesse stößt allein die Wahrzeichen, das thematisch angegliederte „Schwebodrom“ beweist es eindrucksvoll. So bleibt zu hoffen, dass es im Jubiläumsjahr endlich komplett in den marketingtechnischen und identitätsstiftenden Vordergrund rückt. Sonst fährt die nächste Chance davon.