Flutlicht, das sind die großen Scheinwerfer auf der Bühne, die dem Künstler mehr Bedeutung geben und uns eine besondere Nähe zu ihm verschaffen. Doch Flutlicht hat auch negative Bedeutung, wenn man zum Beispiel nur an den sprachlichen Ausdruck „im Flutlicht stehen“ denkt und für das extreme und grelle Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit oder Medien sowie einer ständigen Beobachtung genutzt wird.
Tja, bisher war „Flutlicht“ aus musikalischer Sicht für mich immer ein interessantes und positives Wort. Bis zu der Mitteilung, dass die Künstlerin Michelle nach nun über 30 Jahren Glanzkarriere die Bühne verlässt und exakt zu diesem Anlass auch ihr letztes Album „Flutlicht“ erschienen ist.
Nun, ich war erst geschockt, als ich diese Presseinformation bekam. Mir fiel sofort ihre CD zum 30. Bühnenjubiläum im Jahr 2022 ein, die doch eigentlich hieß „30 Jahre Michelle. Das war's … noch nicht!“ Und jetzt, vier Jahre später, „war es das doch“!? Mir ging durch den Kopf: „Michelle, warum nimmt Du nicht einfach erst einmal eine künstlerische Pause?“
Doch da gibt es nicht mehr viel daran zu rütteln, und sicher wird die Ausnahmekünstlerin Gründe genug dafür haben: Ihr wurde das „Flutlicht“ wohl zu „grell“, denke ich!
Aber stop – so einfach still und leise geht sie ja nicht von der Bühne, denn mit einer von Semmel Concerts organisierten großen Tournee mit dem Titel „Zum letzten Mal“ sagt sie „tschüs“ auf ihre ganz persönliche Art und verabschiedet sich von ihrem treuen Publikum. Ihre Abschiedstournee startete am 18. Januar und führt die Sängerin quer durch ganz Deutschland bis nach Berlin.
Eine extra CD „Flutlicht – Wahnsinnig Edition"“ hat Sony Music mit zusätzlichen neuen Tracks auf den Markt gebracht. Mit diesen Songs aus der „Flutlicht“-CD sowie natürlich ihren beliebten Klassikern nimmt sie ihr Publikum auf den Konzerten mit auf eine musikalische Reise durch ihre Karriere. Und immer an ihrer Seite ist dabei: Eric Philippi, ihre große Liebe, mit dem sie, wie sie selber glücklich sagt, das letzte „Puzzlestück“ gefunden hat.
Nun erhielt ich mit großer Freude von Semmel Concerts eine Einladung zum Konzert in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Hall, welches ein unvergessliches musikalisches Erlebnis für mich wurde. Michelle, die an diesem Abend mit einem glücklichen, zufriedenen und selbstbewussten Blick zurück auf ihre beeindruckende Karriere führte, hat mich erneut wieder in ihren Bann gezogen.
Ich wusste immer schon, dass diese „Wahnsinns“-Künstlerin, wenn sie was macht – sei es ein neues Album, Tournee und alles andere in ihrem Leben – es mit voller Überzeugung und Enthusiasmus anpackt. Und das spürte man beim Konzert erneut wieder.
Michelle war immer für mich eine Konstante im deutschen Showgeschäft und die Sängerin, deren Stimme einen absoluten Wiedererkennungswert hat, berührt jedes Mal vor allem mit ihren Balladen mein Herz und meine Seele.
Michelle präsentierte sich in Düsseldorf bei ihrem drittletzten Auftritt in ihrer Karriere auch sehr authentisch, nahbar und natürlich stimmgewaltig. Sie schaffte es, ihre Fans an die Hand zu nehmen, und erzählte persönliche Geschichten aus ihrem bewegten Leben. Im Laufe der Show zog sie sich viermal um, und ihre atemberaubenden Outfits symbolisierten jedes Mal eine neue Ära ihres musikalischen Schaffens. Während Michelle hinter der Bühne ihre Outfits wechselte, übernahm Eric Philipp die Bühne und begeisterte das Publikum mit seinen eigenen Hits, zum Beispiel „Schockverliebt“.
Ach, und by the way – „schockverliebt“: Bei beiden spürt man sofort, dass die Chemie zwischen ihnen stimmt. Das Gerede, dass ihr Lebenspartner wesentlich jünger ist, interessiert mich persönlich überhaupt nicht. Ich sage nur: Michelle singt nicht nur von Liebe, nein, sie „lebt“ auch die „Liebe“. Das spürte man in jeder Sekunde auf der Bühne, als sie für mehrere Duette gemeinsam mit Eric am Mikrofon bei dem Song „Wer sagt, dass es falsch ist, Dich zu lieben“.
Da ich die vielen Jahrzehnte ihrer Karriere verfolgt habe, vielleicht doch noch ein Blick zurück auf Michelle, die 1972 als Tanja Gisela Hewer in Villingen-Schwenningen geboren wurde. Eine Künstlerin, die zu den Top-Stars der deutschen Musikszene avancierte. Über 33 Jahre dauert nun ihre Glanzkarriere an. Und ich würde sagen, circa 400 Millionen Streams und unzählige Gold- und Platin-Auszeichnungen sprechen eine eindeutige Sprache. 1992 hatte Michelle ihre erste Chartplatzierung mit „Und heut' Nacht will ich tanzen“. Und von da an ging es steil bergauf mit ihrer Karriere.
Bis dato hatte ich die Sängerin gar nicht so sehr auf dem Schirm, bis dann 1997 kam: In diesem Jahr trat sie erneut bei den Deutschen Schlager-Festspielen auf und gewann mit dem wunderschönen Song „Wie Flammen im Wind“. Nun und im selben Jahre gab es dann auch noch die Teilnahme bei der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest mit einem weiteren tollen Titel. „Im Auge des Orkans“ erreichte sie den dritten Platz. Nach diesen beiden Auftritten in 1997 wusste ich, diese Künstlerin muss unbedingt beim ESC für Deutschland singen.
Und, wie Ihr ja alle wisst, das dauerte auch nicht lange bis zu diesem Zeitpunkt, denn 2001 gewann Michelle mit der Hymne „Wer Liebe lebt“ die deutsche Vorentscheidung und vertrat Deutschland mit dem Song beim ESC in Kopenhagen. Sie legte einen „mega“ glanzvollen Auftritt hin und erreicht e einen sehr guten achten Platz im Finale. Sie überzeugte das internationale Publikum stimmlich sowie mit ihrer Bühnenperformance und erhielt fast durchweg Punkte von den anderen Ländern.
Doch zurück in die Gegenwart 2026 und der Tatsache, dass ich Michelle in Düsseldorf zum letzten Mal auf der Bühne sah. Michelle, die Power-Frau, die auf positive Art echt wahnsinnig ist – und wir Fans sie dafür lieben! Na ja, wie sonst hätte sie es in den vergangenen drei Dekaden vollbringen können, mit ihrer sympathisch unangepassten, direkten Art immer wieder ein Millionenpublikum aufs Neue zu begeistern und sich zu einer der beliebtesten, aufregendsten und erfolgreichsten Sängerinnen des Landes zu entwickeln? Nun ist sie jetzt aber an einem Meilenstein angekommen, möchte innehalten und einen neuen Lebensweg mit ihrem Partner Eric einschlagen.
Ein Trost besteht für mich, denn mir bleibt ja die tolle Musik von ihr und vor allem ganz aktuell zur Tournee die neue „Wahnsinnig Edition – Flutlicht“-CD. Und das denken viele Menschen, denn nicht umsonst wurde die CD das bisher bestplatzierte Album ihrer gesamten Karriere. Sie steigert noch einmal alles, und ich liebe die um neun exklusive Bonustracks erweiterte „Wahnsinnig Edition“!
Ich liebe den abwechslungsreichen Mix aus modernem Pop-Schlager, packenden Dance-Tracks und berührenden Balladen und damit alle Facetten ihres Lebens beleuchtet, sei es die Höhen, als auch die Tiefen des Lebens. Ich sag nur: So oder so (ein neuer Track auf dem Album): Michelle – gesunde Portion Verrücktheit und ganz viel Leidenschaft, das spürte ich erneut auf dem Konzert in Düsseldorf. Gemeinsam mit ihrem Lebenspartner und Producer Eric Philippi sprengt sie die Genregrenzen zwischen tanzbartreibenden Hymnen und grandios arrangiertem Popschlager.
Ich bin dankbar, dass ich sie in Düsseldorf noch einmal live erleben durfte, aber eines muss ich noch loswerden. Liebe Michelle, wenn ich Dich irgendwo einmal persönlich treffen würde, dann würde ich Dir verraten, welche Ballade mein absoluter „special song“ von Dir ist. Dahinter steckt eine sehr emotionale Story. O.k. Zumindest verrate ich es schon einmal, dass es auf Deinem früheren Album „Glas“ war.
Nun wünsche ich Michelle und ihrem Lebenspartner viel Glück für die Zukunft und ganz viel Liebe und immer daran denken: „Wer Liebe lebt!“ Ich hoffe, ich konnte Euch einen super Einblick geben über das neue Album sowie zum Konzert-Erlebnis von Michelle und sende Euch allen viele musikalische Grüße, Euer Euro-Music-Peter!