Zum Tode der Ex-Bundestagspräsidentin Scherff: „Rita Süßmuth hat über Jahrzehnte Maßstäbe gesetzt“

Wuppertal · In einem Kondolenzschreiben an den Neusser Bürgermeister Reiner Breuer hat Oberbürgermeisterin Miriam Scherff die am Sonntag (2. Februar 2026) im Alter von 88 Jahren verstorbene ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gewürdigt.

Rita Süßmuth 2019 bei einer Rede im Bundestag.

Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde

Die gebürtige Wuppertalerin hatte viele Jahre in Neuss gelebt und war dort Ehrenbürgerin.

„Die gebürtige Wuppertalerin Rita Süssmuth war eine herausragende Persönlichkeit des politischen und gesellschaftlichen Lebens in unserem Land“, schreibt Miriam Scherff. „Mit ihrem unermüdlichen Einsatz für Demokratie, Gleichberechtigung, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat sie über Jahrzehnte hinweg Maßstäbe gesetzt und weit über Parteigrenzen hinaus Anerkennung gefunden. Ihr Wirken als engagierte Wissenschaftlerin, Politikerin und frühere Präsidentin des Deutschen Bundestages wird unvergessen bleiben.“ Ihr Lebenswerk werde weiterwirken und vielen Menschen Inspiration und Verpflichtung zugleich sein.

Begeisterte Unterstützerin der Wuppertaler Junior Uni

Geboren wird Rita Süssmuth 1937 als Rita Kickuth im Petrus-Krankenhaus in Barmen. In Wichlinghausen wuchs sie auf. In ihrem Elternhaus spielt Bildung eine große Rolle – der Vater ist Lehrer und Schulrat. Nach einer zunächst wissenschaftlichen Berufslaufbahn bis zur Professur für Erziehungswissenschaften an der Universität Bochum beginnt eine außergewöhnliche politische Karriere.

1986 wird sie die erste Frauenministerin der Bundesrepublik. „Eines ihrer zentralen Anliegen als Ministerin ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Gleichstellung von Mann und Frau war ihr ein besonderes Anliegen. Dazu gehörte für sie auch die Förderung von Mädchen und jungen Frauen in technischen Berufen. Der Wuppertaler Junior Uni war sie aus diesem Grund eine begeisterte Unterstützerin und besuchte sie mehrere Male“, so die Verwaltung.