Bei einer Pressekonferenz in der Kita Hatzfelder Straße stellte sie sich nun erstmals in größerer Runde der Öffentlichkeit vor – gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Miriam Scherff, Sozialdezernentin Annette Berg und Kita-Leiterin Beate Hiller.
„Wuppertal ist meine Heimatstadt“, sagt Simone Feldmann. Seit Dezember 2025 leitet sie den Stadtbetrieb Tageseinrichtungen für Kinder. Mehr als 20 Jahre war sie zuvor in unterschiedlichen Führungspositionen der öffentlichen Jugendhilfe tätig, in den vergangenen zehn Jahren als Jugendamtsleiterin außerhalb Wuppertals. In dem Bereich hat sie alle Stationen durchlaufen. „Das hilft, die Zusammenhänge zu verstehen – gerade bei der Frage nach Chancengleichheit.“
Vorgestellt wurde Feldmann bei einer Pressekonferenz in der städtischen Kita an der Hatzfelder Straße. Die Einrichtung wurde 2019 als moderner Neubau eröffnet und bietet Platz für bis zu 120 Kinder in sechs Gruppen. Aufgrund von Personalmangel können derzeit nur drei Gruppen betrieben werden, ab Sommer soll eine vierte hinzukommen. Dann werden dort 78 Kinder betreut. Die Kita bildet zudem Fachkräfte aus – ein wichtiger Aspekt angesichts des anhaltenden Mangels.
Der von Feldmann geleitete Stadtbetrieb ist ein zentraler Akteur der frühkindlichen Bildung in Wuppertal. Mit über 1.000 Beschäftigten verantwortet er 65 eigene städtische Kitas. Darüber hinaus ist der Stadtbetrieb für die gesamtstädtische Planung sowie den Ausbau von Kita- und Kindertagespflegeplätzen zuständig.
Chancengerechtigkeit sei dabei ein zentrales Thema, betonte auch Oberbürgermeisterin Miriam Scherff. Jedes vierte Kind in Wuppertal wachse in einer Familie mit Sozialleistungsbezug auf, rund 40 Prozent der Kinder kämen aus Familien, in denen Deutsch nicht die Erstsprache sei. „Kitas sind wichtige Wegbegleiter und legen den Grundstein für Bildung und Teilhabe“, so Scherff. Jedes Kind müsse unabhängig von Herkunft oder Einkommen die gleichen Chancen erhalten.
Der Stadtbetrieb ist laut Sozialdezernentin Annette Berg der größte Kita-Träger im Bergischen Land. Insgesamt gibt es in Wuppertal 11.905 Kita-Plätze, rund 40 Prozent der Kinder besuchen eine städtische Einrichtung. Aktuell gehen etwa 13.000 Kinder in Wuppertal in eine Kita.
In den kommenden Monaten sollen neue Einrichtungen eröffnet werden, in denen Kinder bereits ab dem zweiten Lebensjahr betreut werden können. Zudem ist eine gemeinsame Anmeldeplattform für städtische und freie Träger geplant, die Eltern eine bessere Übersicht über das Gesamtangebot gibt.
Simone Feldmann macht zudem deutlich, dass ein Ausbau allein nicht ausreicht. „Der Fachkräftemangel hemmt nicht nur den Ausbau, sondern auch die Verlässlichkeit für Kinder, Eltern und die Teams“, sagt sie. Gleichzeitig appelliert sie daran, zwischen den aktuellen Herausforderungen die Erfolge nicht zu vergessen: In den vergangenen Jahren seien sieben neue Einrichtungen entstanden, auch wenn das Versorgungsziel in einzelnen Stadtteilen noch nicht erreicht sei. Fortbildungsprogramme sollen die Qualität in den städtischen Kitas sichern, zudem werde geprüft, wie qualifizierte Quereinsteiger künftig leichter eingesetzt werden können.
Beate Hiller, seit 25 Jahren bei der Stadt tätig, wünscht sich für die Zukunft vor allem eines: „Miteinander sprechen.“ Neben zusätzlichem Personal müsse auch das vorhandene Team gesehen, eingebunden und ernst genommen werden.
Genau diesen Austausch will Feldmann künftig stärken – im Schulterschluss mit freien Trägern, Vereinen und weiteren Partnern. „Für Eltern ist es nachrangig, wer der Träger ist“, so Feldmann. „Sie wollen vor allem eine verlässliche und gute Betreuung für ihre Kinder.“