Der 70. Eurovision Song Contest (ESC) wird vom 12. bis 16. Mai 2026 in der Stadthalle Wien stattfinden, nachdem der Künstler „JJ“ mit dem Lied „Wasted Love“ vergangenes Jahr in Basel gewonnen hat. Somit ist es nach 1967 und 2015 die dritte Austragung in der österreichischen Hauptstadt. 2015 habe ich den ESC in Wien erlebt. Und ich war megabegeistert – von den Menschen, der Stadt und der Organisation.
Leider muss ich mir aber auch die Frage stellen, wie politisch der ESC geworden ist. Die 70. Auflage steht seit Monaten unter dem Eindruck einer Debatte über die Teilnahme Israels. Wie Ihr sicher auch aus den Nachrichten erfahren habt, boykottieren dieses Jahr aus Protest gegen das Vorgehen Israels im Gazastreifen die Länder Spanien, Irland, Island, Niederlande und Slowenien das weltweit größte Musikspektakel.
Dies macht mich natürlich traurig, ohne mich auf irgendeine politische Diskussion zu begeben, denn Musik ist doch eine universelle Sprache, die kulturelle sowie sprachliche Barrieren durchbricht und Menschen weltweit vereint. Für mich gilt das nach wie vor, ganz im Sinne unseres deutschen Beitrags und mittlerweile absolutem ESC-Kultsongs von Joy Fleming: „Ein Lied kann eine Brücke sein und jeder Ton ist wie ein Stein, er macht Dich stark und fest, Du kannst darüber gehen, andere verstehen!“
Eines nach den ganzen Debatten klar: Es wird wohl keine Israel-Party geben, wie ich sie lange Jahre als Berichterstatter miterleben durfte, bei denen zwanglos und locker mit vielen Nationalitäten gefeiert wurde.
Den ESC verfolgten zuletzt 170 Millionen Zuschauer am TV-Gerät oder per Internet. Außerdem wurden auf Social Media rund zwei Milliarden Kontakte verzeichnet. Mit 35 Ländern hat der Jubiläums-ESC 2026 die kleinste Teilnehmerzahl seit mehr als zwei Jahrzehnten, obwohl eigentlich eine Rekord-Beteiligung erwartet wurde – wegen der Rückkehr einiger Länder wie Bulgarien, Rumänien und Moldawien.
Ich freue mich trotz vieler Debatten aber riesig auf das größte Musikspektakel der Welt und halte Euch weiter auf dem Laufenden. Natürlich gibt es auch bald News vom Südwestrundfunk (SWR) über den deutschen Beitrag. Der Sender ist von 2026 an innerhalb der ARD federführend verantwortlich für den ESC. Eines kann ich schon verraten: Der Vorentscheid findet in einer Live-Sendung am 28. Februar statt.
Ich kann es kaum erwarten, welche Künstlerinnen und Künstler dabei sind. Also, bis bald zu weiteren News. Viele musikalische Grüße vom Euro-Music-Peter!