Die Stimmen nach dem Spiel WSV-Trainer Wunderlich: „Entschuldigt nicht unser Auftreten“

Wuppertal · Nach der Leistungssteigerung gegen die U23 des BVB wollte der Fußball-Regionalligist WSV auch bei der Schalker Reserve überzeugen. Es misslang komplett. Chefcoach Mike Wunderlich äußerte sich nach dem Abpfiff im Parkstadion ausführlich. Der Wortlaut.

Der Frust auf der WSV-Bank.

Foto: Dirk Freunf/Dirk Freund

„Das war das komplette Gegenteil von vergangener Woche. Ich hatte da das Gefühl, dass wir verstanden haben, worum es geht, vor allen Dingen, wie wir im Abstiegskampf auftreten müssen, um zu bestehen. Die erste Halbzeit war in allen Bereichen ungenügend. So kann man kein Fußballspiel bestreiten, egal in welcher Situation man ist – aber noch weniger, wenn man da steht, wo wir stehen“, so Wunderlich.

Man müsse „diese Mentalität, Leidenschaft und Gier, Spiele zu gewinnen, Punkte zu holen, Woche für Woche abrufen. Diese Dinge kann ich beeinflussen als Spieler. Diese Leidenschaft und Bereitschaft haben wir in der ersten Halbzeit komplett vermissen lassen.“ (Bilder)

Bilder: WSV-Debakel im Parkstadion bei Schalkes U23
16 Bilder

WSV-Debakel auf Schalke

16 Bilder
Foto: Dirk Freund

Seine Analyse: „Wir haben körperlos gespielt, wir sind immer einen Schritt zu spät gekommen. Wir haben nicht nur keine Zweikämpfe gewonnen, sondern sie gar nicht geführt. So entstehen auch die Tore. Beim Standard zum 1:0 schlafen wir. Beim 2:0 werden wir bei einem eigenen Eckball ausgekontert. Die Krönung des Ganzen ist dann das 3:0. Wenn du solche Fehler machst gegen eine Mannschaft, die fußballerisch sehr, sehr gut ist, und nicht dagegenhältst, dann hast du keine Chance. Wir haben hochverdient zur Pause 0:3 hinten gelegen.“

Der 39-Jährige: „Ich bin zur Pause deutlich geworden. Wir haben gesagt: Wenn wir das Spiel verlieren, dann aber mit einer anderen Haltung. In den ersten zehn Minuten haben wir eine andere Körpersprache und drei, vier Umschaltmomente, wo wir dann aber aufhören. Da kommen die Bälle nicht richtig oder wird nicht die richtige Entscheidung getroffen. Das ist dann zu wenig. Schalke hat mit seiner Qualität das gnadenlos ausgenutzt. Dann bekommst du das vierte und fünfte Tor, dann ist die Messe gelesen.“

Der Gegner habe es „uns in allen Bereichen vorgemacht. Das ist eine sehr, sehr gute Mannschaft, das entschuldigt aber nicht unser Auftreten, das war sehr enttäuschend. Es kam für mich nach dem Auftritt vergangene Woche sehr überraschend – nicht, dass man ein Spiel verlieren kann, aber in dieser Art und Weise, das tut schon weh.“

Wenn man so auftrete, „dann werden wir in dieser Liga keine Chance haben. Da ist es egal, welche Mannschaft auf der anderen Seite steht. Der ein oder andere, der reingekommen ist, hat zumindest eine andere Körpersprache gezeigt. Man muss kein Prophet sein: Nach so einer Leistung sind die Hebel komplett auf Null gestellt.“

Wunderlich kündigt an: „Jeder ist in der kommenden Woche gefragt, da werden wir ganz genau drauf achten, wer in der Woche Signale sendet, dass man das Gefühl hat: Die haben verstanden, worum es geht. Das ist wieder eine U-Mannschaft. Und wenn wir nicht so dagegenhalten wie gegen Dortmund, werden wir wieder zweiter Sieger sein.“

Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, „dass wir Veränderungen haben. Aber das liegt auch an jedem selber. Ich habe von Tag eins gesagt: Man muss keine Fresse ziehen, wenn man nicht im Kader ist. Es wird Momente geben, wo man auf seine Chance wartet – und dann muss man da sein. Viele, die heute begonnen haben, waren nicht da. Und so gehen für andere wieder Türen auf.“

Zum Liveticker: hier klicken!