Kommentar zur Standort-Diskussion des Café Cosa Es wird sich nichts Besseres finden

Wuppertal · Die Meldung bezüglich erhöhter Bußgelder für Verunreinigungen & Co. lässt (natürlich) auch an die Situation im Wupperpark im Umfeld (nicht nur) des Café Cosa denken.

Das Café Cosa im Wupperpark.

Foto: Christoph Petersen

Durch eine Initiative der Fraktion FDP/WfW ist dieses Fass nun wieder geöffnet worden: Der Rat soll, so die Absicht der Liberalen und Freien Wähler, wieder einmal darüber diskutieren, wie die von vielen Menschen belästigend empfundene Lage im Wupperpark in den Griff bekommen werden kann. Das Ziel, das hinter all dem steht, ist klar: Das Café Cosa soll seinen heutigen Standort verlassen.

Diese Diskussion ist alles andere als neu. Ich bitte alle, die jetzt vollmundig das Verschwinden aller Ärgernisse rund um den Wupperpark fordern, sich daran zu erinnern, wie es früher im Bereich von Bahnhofstunnel-Eingang und Schwebebahnstation Döppersberg aussah: Die „Platte“-Szene mitten im Fußgängerstrom – mitten im Elberfelder City-Geschehen.

von Stefan Seitz

Foto: Bettina Osswald

Das hat sich mit der Verlagerung des Ganzen in den Wupperpark deutlich verschoben. Und es hat sich im Vergleich deutlich verbessert. Keine Frage: Die dortige Atmosphäre ist weit von „wunderbar“ entfernt – und für viele Menschen ein Grund, das Areal auf ihren Wegen als Durchgang nicht zu nutzen. Lieber nehmen sie Umwege in Kauf. Kann ich verstehen.

Trotzdem: Es bräuchte eine exakte Analyse der Lage. Bei der müsste geklärt werden, wer es eigentlich ist, der im Wupperpark für Stress sorgt. Sind es überhaupt (nur) die Menschen, die zum Klientel des Café Cosa gehören? Oder sind es andere Gruppen, die das Areal längst zum Lieblingsplatz erkoren haben? Ich finde, es wäre wichtig, hier genau Bescheid zu wissen, bevor man „Schuldige“ benennt.

Und dann: Wo sollte er sein, ein neuer Standort für das Café Cosa? Welche innerstädtische Fläche fiele irgendwem ein, um dort einen Ort unterzubringen, an dem drogenabhängige Menschen sich aufhalten können?

Es ist wohlfeil und schnell auf die Tagesordnung gesetzt, die Verwaltung aufzufordern, solch einen neuen Standort zu finden. Wer sich erinnert, wie „endlos“ lange es gedauert hat, bis der Wupperpark als Café-Cosa-Heimat gefunden wurde, kann mir vielleicht zustimmen: Es wird sich in der City nichts Besseres finden.

Übrigens darf eines nie vergessen werden: Drogenabhängige sind Menschen. Menschen, die man nicht wie nutzlos gewordene Umzugskartons zusammenfaltet und irgendwo hinschiebt. Menschen, die uns eine der Kehrseiten unserer ach so modernen Welt vor Augen führen.