„Die Diskussion um das Café Cosa und dessen zukünftigen Standort ist wichtig und muss geführt werden. Jedoch sollte dabei zwischen einer notwendigen fachlichen Debatte und einer öffentlichkeitswirksamen Zuspitzung unterschieden werden.
Klar ist: Auch wir wollen, dass geprüft wird, ob und welcher andere Standort für das Café Cosa sinnvoller sein könnte. Das ist keine neue Erkenntnis und auch keine neue Forderung. Die Suche nach einem geeigneten Standort ist bereits Teil der politischen und fachlichen Auseinandersetzung. Einen einzelnen Vorschlag nun als neue politische Initiative zu verkaufen, wird der tatsächlichen Situation nicht gerecht.
Der Wuppertaler Stadtrat hat sich bereits mit der weiteren Entwicklung des Café Cosa beschäftigt. Die entsprechenden Beratungen sollen in den zuständigen politischen Gremien weitergeführt und durch eine Berichtsvorlage fachlich begleitet werden. Aus Sicht der Jusos ist genau dieser Weg richtig: Die unterschiedlichen Interessen müssen zusammengebracht und die Entscheidung auf Grundlage von Fakten, Erfahrungen aus der Praxis und den Einschätzungen der zuständigen Fachstellen getroffen werden.
Wir sollten bei diesem Thema nicht so tun, als sei mit einer Pressemitteilung bereits eine Lösung gefunden. Es geht um Menschen, um Suchthilfe und soziale Unterstützung, aber natürlich auch um die Situation im Wupperpark-Ost. Beides darf nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Als Stadtverordneter sollte man für alle Wuppertalerinnen und Wuppertaler da sein und nicht nur für diejenigen, denen es vielleicht besser geht. Gleichzeitig sind wir froh, dass der von unserer Sozialdezernentin Anette Berg eingerichtete Runde Tisch, auch mit Unterstützung der CDU-Dezernenten, immer wieder zu guten Ergebnissen kommt und gemeinsam nach Lösungen sucht.
Dass eine Prüfung zur möglichen Verlagerung des Ortes Zeit braucht, sollte ebenfalls klar sein. Das sollte man übrigens besonders dann wissen, wenn man den entsprechenden Prüfauftrag im Stadtrat selbst mit unterstützt hat. Das Café Cosa erfüllt eine wichtige Funktion für Menschen mit Suchterkrankungen und Menschen in schwierigen sozialen Situationen.
Gleichzeitig müssen die Sorgen von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie die Situation im öffentlichen Raum ernst genommen werden. Eine nachhaltige Lösung könne deshalb nicht allein darin bestehen, Menschen von einem Ort an einen anderen zu verschieben.
Wir wollen eine Lösung, die sowohl den Menschen gerecht wird, die auf niedrigschwellige Suchthilfe angewiesen sind, als auch den Menschen, die sich im Wupperpark-Ost heute nicht mehr wohl oder sicher fühlen. Dafür braucht es ein Gesamtkonzept und keine Symbolpolitik. Die Diskussion über mögliche Alternativstandorte muss offen geführt werden.
Gleichzeitig muss klar sein, dass ein Standortwechsel allein die bestehenden Probleme rund um den Wupperpark Ost nicht automatisch lösen wird. Drogenabhängige Menschen sind keine Schachfiguren, die man einfach von A nach B verschieben kann!
Wir sind offen für Veränderungen und für einen neuen Standort, wenn dieser fachlich sinnvoll ist. Aber wir werden uns dafür einsetzen, dass dabei nicht über Menschen, sondern mit den betroffenen Einrichtungen und den zuständigen Fachstellen gesprochen wird. Gute Politik entsteht nicht durch den lautesten Antrag, sondern durch eine tragfähige Lösung.
Aleyna Karaca, Vorsitzende der Jusos Wuppertal“