Wer derzeit an der Nordbahntrasse am Heubruch vorbeikommt, kann den Fortschritt bereits sehen. Die Bodenplatten sind fertig, das erste Geschoss steht. Wo sich einst das Bahnhofsgelände befand, entstehen zwei neue Mehrfamilienhäuser. In rund zwei Jahren sollen sie fertig sein.
Die Wohnungen sollen nicht nur diejenigen ansprechen, die sich einen teuren Neubau leisten können. Von insgesamt 78 Wohnungen werden 52 öffentlich gefördert. Die Kaltmieten liegen zunächst bei 7,55 beziehungsweise 8,55 Euro pro Quadratmeter und sind für 30 Jahre gebunden. Für den Bezug benötigen Mieter einen entsprechenden Wohnberechtigungsschein.
Dabei lohnt es sich auch für Menschen mit mittlerem Einkommen zu prüfen, ob sie dafür infrage kommen: Ein Drittel der geförderten Wohnungen entfällt auf die Einkommensgruppe B. Stadtentwicklungsdezernent Gunnar Ohrndorf wies darauf hin, dass vielen Menschen gar nicht bewusst sei, dass sie einen Wohnberechtigungsschein erhalten können.
Die neuen Wohnungen sind im Schnitt rund 78 Quadratmeter groß. Bemerkenswert sind vor allem fünf Wohnungen mit jeweils fünf Zimmern und 114 Quadratmetern – Wohnraum also, der auch größeren Familien Platz bietet.
Dass die Mieten langfristig vergleichsweise niedrig bleiben können, ermöglicht eine Förderung des Landes NRW in Höhe von 14,48 Millionen Euro. Oberbürgermeisterin Miriam Scherff übergab dafür jetzt den Bewilligungsbescheid. Insgesamt werden rund 32 Millionen Euro in das Bauprojekt investiert.
Die Stadt verbindet damit auch die Hoffnung auf eine stärkere soziale Mischung. Menschen mit unterschiedlichen Einkommen sollen im neuen Quartier Tür an Tür wohnen können. Gleichzeitig entsteht geförderter Wohnraum zu einer Zeit, in der in Wuppertal in den kommenden Jahren zahlreiche bestehende Wohnungen ihre Mietpreisbindung verlieren.
Die beiden Mehrfamilienhäuser stehen zudem nicht für sich allein. Der Heubruch entwickelt sich seit Jahren zu einem neuen Wohnstandort direkt zwischen Nordbahntrasse und Barmer Innenstadt. Auf der insgesamt 5,5 Hektar großen ehemaligen Bahnfläche sind rund 300 Wohnungen vorgesehen; ein Teil des Quartiers ist bereits fertig und bewohnt.
Südlich der Trasse soll nun neben den neuen Wohnungen auch eine Kita entstehen, außerdem ist eine Bäckerei geplant. Grünflächen, öffentliche Plätze und ein großer Spielplatz gehören ebenfalls zum Konzept für das gesamte Quartier.
Stadtentwicklungsdezernent Ohrndorf hofft deshalb auf einen Effekt, der über die neuen Haustüren hinausgeht: Das Quartier soll durch seine direkte Verbindung zur Nordbahntrasse und die Nähe zur City auch die Barmer Innenstadt beleben.