Freitag ab 15 Uhr Ringparabel in Schwebebahnen gegen Antisemitismus

Wuppertal · Mit der Aktion „Nathan schwebt – Antisemitismus ohne mich!“ wird die Ringparabel aus Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ am Freitag (10. Juli 2026) an einen besonderen Ort gebracht – in die Wuppertaler Schwebebahn.

Das Plakat zur Aktion.

Foto: Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz

Vier Schauspielerinnen bzw. Schauspieler (Julia Meier, Thomas Braus, Alexander Peiler und Luise Kinner) der Wuppertaler Bühnen lesen ab 15 Uhr während der regulären Fahrten in zwei Schwebebahnen. Fahrgäste begegnen dem Text mitten im Alltag – überraschend, niedrigschwellig und unmittelbar. Die Aktion soll „ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus und ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt“ setzen.

Veranstalter sind Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz, das Büro zur Bekämpfung von Judenhass und Ausgrenzung / Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal und das Wuppertaler Bündnis gegen Antisemitismus: „Jüdisches Leben braucht Schutz, Solidarität und eine klare Haltung. Mit ,Nathan schwebt‘ möchten wir Menschen zum Nachdenken anregen und ein positives Zeichen für Demokratie und Menschenwürde setzen.“

Thomas Braus und Julia Meier (vorne) unterstützen die Aktion.

Foto: Uwe Schinkel

Die Ringparabel zählt zu den bekanntesten Texten der deutschen Literatur. Sie erzählt von Toleranz, gegenseitigem Respekt und der Erkenntnis, dass Menschen nicht nach ihrer Religion oder Herkunft beurteilt werden sollten, sondern nach ihrem Handeln.

„Diese Botschaft ist heute aktueller denn je. Antisemitismus nimmt auch in Deutschland spürbar zu. Der Jahresbericht der Recherche- und Informationsstelle RIAS für 2025 berichtet über 8.725 antisemitische Vorfälle bundesweit. Allein in NRW gab es 1.102 antisemitische Vorfälle im Jahr 2025, was eine Zunahme von 17 Prozent gegenüber 2024 bedeutet“, so die Veranstalter.

Während der Aktion werden Postkarten mit einem QR-Code verteilt. Sie laden dazu ein, sich über die Lesungen hinaus mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Postkarten und Flyer werden nicht nur während der Aktion verteilt, sondern liegen in den kommenden Wochen auch in Gastronomiebetrieben, Kultureinrichtungen und weiteren öffentlichen Einrichtungen in Wuppertal aus.