Mit ihrem Café Prio hat die Wuppertaler Stadtmission vor zwei Jahren einen neuen und ungewöhnlichen Weg beschritten: Im April 2024 eröffnete sie mitten in der Barmer Innenstadt am Werth 87 ihr Café als Quartierstreff und Ort für ihre Gemeinschaft. „Hier verbinden wir Menschen verschiedener Altersgruppen und sozialer Schichten und machen damit sichtbar und erlebbar, wofür die Stadtmission steht“, erklärt ihr Leiter Paul-Gerhard Sinn.
In den zwei Jahren seines Bestehens hat sich das Café Prio laut Sinn in Barmen zu einem wichtigen Ort der Begegnung entwickelt. Es gibt eine abwechslungsreiche Küche und Tische, an denen nicht nur gegessen, sondern auch geredet und gespielt werden kann. „Aber wir feiern hier auch Gottesdienst und lesen in der Bibel“, sagt der Stadtmissionar.
Ein Deutschübungsraum und eine Fahrradwerkstatt gehören ebenso zum Angebot wie Kleider- und Pflanzentausch, Lesungen und Kunstausstellungen. Möglich machen das über 50 ehrenamtlich Mitarbeitende. „Sie sind der eigentliche Schatz dieses Projektes, denn sie schaffen mit ihrem unermüdlichen Einsatz diese große Vielfalt“, betont Sinn.
Soziale Beratung und viel Ehrenamt
Neben gemeinschaftlichen Aktivitäten und Austausch bietet das barrierefreie Café Sozialberatung für all diejenigen an, die Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen für Behörden benötigen. Regelmäßig stellen sich im Café Prio auch Mitarbeitende der Ausländerbehörde für Fragen zur Verfügung.
An der Theke gibt es einen Baum mit kleinen Zetteln: Das sind Gutscheine für Kaffee, andere Getränke oder eine Suppe, die Kunden bezahlt haben und nun anderen mit weniger finanziellen Mitteln als „Kaffee vom Baum“ zur Verfügung stellen. Gerne verweisen die Mitarbeitenden auf ihren „Food Sharing“-Kühlschrank, in dem das Café Prio Lebensmittel kostenlos bereithält.
Ein „Herzenscafé“ für viele Menschen
Essen und Getränke werden immer zum Selbstkostenpreis angeboten. Bei Veranstaltungen verlangt das Café Prio keinen Eintritt, bittet aber gerne um Spenden. Bis Ende 2026 wird es noch vom Evangelischen Kirchenkreis Wuppertal gefördert. Die Sozialberatung geschieht in Kooperation mit den Kirchengemeinden Gemarke-Wupperfeld und Wichlinghausen-Nächstebreck. Darüber hinaus sind der Blindenverein Wuppertal und das Amt für Integration vor Ort aktiv.
„Wir sind stolz und dankbar, dass unser soziales Café so vielen Menschen am Herzen liegt“, sagt Paul-Gerhard Sinn. „Es wird zwar erst zwei Jahre alt, aber es ist schnell aus den Kinderschuhen herausgewachsen.“