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Rundschau-Kommentar zur BUGA-Vertragsunterzeichnung​

Kommentar zur BUGA-Vertragsunterzeichnung : Endlich was zu erzählen

Was wissen Sie eigentlich über Mannheim? Möglicherweise, dass da Handball-Bundesliga und unterklassiger Fußball gespielt wird, die Stadt auf den ersten Blick nicht gerade vor Schönheit strahlt und man da im Prinzip nicht zwingend hin muss.

Das ändert sich allerdings gerade: Gestern wurde die Bundesgartenschau in Mannheim eröffnet – mit Bundespräsident, bundesweiter Medienpräsenz, entsprechenden Reiseangeboten aller regionalen und bundesweiten Reiseanbieter und viel Vorfreude auf 5.000 Veranstaltungen in 178 Tagen und erwarteten zwei Millionen Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet.

50.000 Dauerkarten sind derweil schon vorzugsweise von Menschen aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet gekauft worden. Das neu entstandene Naherholungsgebiet auf einem ehemaligen Militärgelände bleibt auch nach der BUGA als Park erhalten. Mannheim hat jetzt auf jeden etwas zu erzählen.

Ich kenne noch eine Stadt, in der Handball-Bundesliga und unterklassiger Fußball gespielt wird, die auf den ersten Blick auch nicht gerade vor Schönheit strahlt und seit einer Ewigkeit immer dieselbe Geschichte von ihrer einmaligen Schwebebahn erzählt. In diese Stadt will derzeit freiwillig auch niemand ganz dringend hin, zumal diese Schwebebahn längst nicht mehr so verlässlich fährt wie früher – und der Touristen vorbehaltene Kaiserwagen seit fünf Jahren außer Betrieb ist.

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Außer Betrieb ist außerdem wahrscheinlich bald auch das letzte Warenhaus in der Innenstadt, die selbst noch unfassbare elf (!) Jahre lang Dauerbaustelle bleiben soll. Das wären die einzigen (Schauer-)Geschichten, die diese Stadt draußen noch erzählen könnte – hätte sie sich nicht aufgerafft, die Bundesgartenschau 2031 auszurichten.

Vor einigen Tagen wurden die Verträge dafür unterzeichnet: Jetzt hat Wuppertal ganz Deutschland wieder etwas Neues zu erzählen. Und täte gut daran, richtig viel daraus zu machen ...