Nicht mehr standsicher Alle Linden vor dem Rathaus werden notgedrungen entfernt

Wuppertal · Die fünf restlichen Linden auf dem Johannes-Rau-Platz in Barmen vor dem Wuppertaler Rathaus müssen gefällt werden. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens.

Dieses Bild ist Bald Vergangenheit. Die Bäume werden gefällt.

Foto: Dennis Polz

Darin ist von „massiven Beeinträchtigungen in der Standsicherheit“ und damit einem „erheblichen Sicherheitsrisiko für die Öffentlichkeit“ die Rede. Die knapp 55 Jahre alten Bäume werden deshalb in der kommenden Woche entfernt.

Nachdem Mitte Januar eine der Linden ohne jedes Vorzeichen umgekippt war, hatten die Fachleute der Verwaltung gehofft, die anderen Bäume erhalten zu können. Die Linde zeigte vorher äußerlich keine Anzeichen für Instabilität. „Leider wurde jedoch nach umfangreicher Prüfung mittels spezieller Zugversuche deutlich, dass ein Erhalt der Bäume nicht aussichtsreich wäre. Mehr als 50 Prozent der Krone müssten je Baum eingekürzt werden, was zu einer erheblichen Schwächung führen würde. Gleichzeitig könnten mittelfristig erneut Standunsicherheiten auftreten“, so die Verwaltung.

„Ursache für die Standunsicherheit ist eine extrem schwache Verwurzelung der Bäume. Dies war auch Grund für den Umsturz der Linde im Januar. Durch einen zu kleinen Wurzelraum und die extreme Bodenverdichtung auf dem Johannes-Rau-Platz war ein Auswachsen der Wurzeln aus dem Pflanzloch kaum möglich“, erklärt Annette Berendes (Leiterin des Ressorts Grünflächen und Forsten).

OB Miriam Scherf: „Dass wir diese prägenden Bäume verlieren, schmerzt mich sehr. Der Johannes-Rau-Platz wird ohne die Linden einen großen Teil seines besonderen Ambientes verlieren, und ich weiß, wie sehr viele Wuppertalerinnen und Wuppertaler an diesem Anblick hängen. Doch so sehr wir auch um jeden Baum kämpfen: Wenn die Standsicherheit nicht mehr gegeben ist, und Menschen gefährdet werden könnten, gibt es keine Alternative zum Handeln. Wir werden jetzt alles versuchen, um wieder Bäume auf dem Johannes-Rau-Platz zu pflanzen, wenn die technischen Voraussetzungen für gutes Wachstum hergestellt werden können.“

Aktuell prüft das Ressort Grünflächen und Forsten den Untergrund und die Finanzierung für Nachpflanzungen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Bäume mindestens 18 Kubikmeter Wurzelraum benötigen. Die Stadt arbeitet daran, dass potenzielle neue Bäume ausreichend Platz bekommen und so gut wurzeln können. „In der Vergangenheit konnten wir in einem ähnlichen Fall bereits einen Erfolg verbuchen: Die nachgepflanzten Bäume auf dem Von der Heydt-Platz haben ausreichend Wurzelraum bekommen, und zusätzlich haben wir dafür gesorgt, dass die Bäume ihre Wurzeln miteinander verbinden konnten, was zu sehr guten Bedingungen geführt hat“, so Annette Berendes.

[null]Mindestens eine Platane auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus muss aus demselben Grund ebenfalls gefällt werden. Die übrigen Bäume auf den Parkplätzen Rathaus und Brauhaus werden in den kommenden Wochen nun ebenfalls überprüft.